Donnerstag 02. September 2010
Unicef-Bericht: Acht Millionen Kinder leiden in Pakistan

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind mehr als acht Millionen Kinder von den Folgen der verheerenden Überschwemmungen in Pakistan direkt betroffen, während weitere 3,5 Millionen dringend auf Hilfe zum Überleben angewiesen sind.

„Die Not, die wir in Pakistan sehen, ist unvorstellbar“, stellte die stellvertretende Vorsitzende des UN-Kinderhilfswerks in Deutschland, Ann-Kathrin Linsenhoff, fest.
Es sind immer wieder die Kinder, die von einer Katastrophe am härtesten betroffen sind. In Pakistan sind mehr als acht Millionen Kinder in den Hochwassergebieten betroffen, so die Schätzungen von Unicef. Weitere 3,5 Millionen seien dringend auf Hilfe zum Überleben angewiesen.

Insgesamt jedoch sind nach UN-Angaben mehr als 17 Millionen Pakistaner von den Überschwemmungen betroffen. Millionen sind auf der Flucht. In den Flutgebieten der südpakistanischen Provinz Sindh haben die Wassermassen des Indus innerhalb von 48 Stunden mehr als eine Million Menschen in die Flucht getrieben. Etwa 300.000 Menschen mussten nach Angaben der Behörden ihre Häuser und Höfe verlassen, nachdem in der
Region Thatta mehrere Deiche gebrochen waren. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ warnte außerdem vor dem Ausbruch lebensbedrohlicher Krankheiten aufgrund verschmutzter Brunnen. Wenn Vertriebene in ihre Dörfer zurückkehrten, hätten sie oft nur verdrecktes Wasser. „Dann können wir davon ausgehen, dass die Durchfallerkrankungen zunehmen“, sagte der Präsident der deutschen Sektion der Organisation, Tankred Stöbe.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass bereits etwa 200.000 Menschen an Durchfall erkrankt sind. Mehr als eine Viertel Million Flutopfer leide an Hauterkrankungen, sagte Stöbe. „Doch diese Erkrankungen sind in der Regel nicht tödlich.“

nach oben zurück

 

Mittwoch 01. September 2010
Pakistan: Menschen vor einer neuen Flutwelle auf der Flucht

Die Lage in Pakistan ist weiterhin desolat. Erneut kam es am Wochenende zu einer Hochwasserwelle, die eine Massenflucht auslöste. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge verließen rund eine Million Menschen ihre Dörfer und Städte am Indus. Es gebe keine Entwarnung für die kommenden Tage. Derweil haben Muslime weltweit den Flutopfer in Pakistan rund eine Milliarde Dollar zugesagt. Das Geld kommt von Regierungen, NGOs und Spendenaktionen, teilte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) mit, die zu der Spendenaktion aufgerufen hatte.

Mehr als 175 000 Menschen flohen am Sonntag aus der Stadt Thatta in der Provinz Sindh, nachdem ein Schutzdamm in der Umgebung gebrochen war. Einwohner suchten Schutz in umliegenden Städten und Dörfern. Tausende Menschen flohen zur Grabstätte eines muslimischen Heiligen, die höher gelegen ist. Zahlreiche Menschen mussten die Nacht im Freien verbringen.

Die Hochwasserkatastrophe in Pakistan hat weite Teile des Landes überflutet, mehr als eine Million Häuser zerstört. Etwa 20 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. Millionen Menschen sind infolge der Naturkatastrophe obdachlos geworden und sind auf Hilfe angewiesen. In verschiedenen Flüchtlingscamps im Sindh starben mindestens 44 Menschen an den Folgen ansteckender Krankheiten.

Doch es ist nicht nur das anhaltende Hochwasser, mit dem die betroffenen Menschen zu kämpfen haben. Die unzureichende Versorgung ist ein weiteres Problem in der Krisenregion. In Thatta blockierten etwa Flutopfer bereits eine Straße, um gegen die mangelnde Versorgung zu protestieren. "Die Helfer behandeln uns wie Bettler", klagte eine 80-Jährige. "Sie werfen einfach mit der Nahrung. Es ist entwürdigend." Oft würden Bedürftige leer ausgehen, wenn die Hilfsgüter in die Menge geworfen werden, beklagten sie.

Muslime spenden rund eine Milliarde Dollar

Unterdessen folgten zahlreiche Muslime weltweit dem Appell der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und spendeten rund eine Milliarde Dollar. Die OIC erklärte, das Geld komme von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Spendenaktionen in Saudi-Arabien, der Türkei, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. OIC-Vorsitzende Ekmeleddin Ihsanoglu sagte, Muslime gehörten zu den größten Spendern, was Bargeld sowie auch Hilfsgüter betreffe. Immer wieder war die schleppende Spendenfreudigkeit für Pakistan kritisiert worden, da zahlreiche Aktionen weltweit nicht zu großen Summen führten. (ab)

nach oben zurück