08.04.2006 | Nachrichten>Deutschland
CSU plant deutschsprachigen Islam-Unterricht
An bayerischen Schulen soll verstärkt deutschsprachiger Islam-Unterricht angeboten werden

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Joachim Herrmann, kündigte am Donnerstag in Erlangen an, dass an bayerischen Schulen künftig verstärkt deutschsprachiger Islam-Unterricht für muslimische Schüler angeboten werden soll. Bisher gebe es an bayerischen Schulen nur eine islamische „Unterweisung“ in türkischer oder deutscher Sprache, in der möglichst neutral informiert würde.

Der CSU-Politiker sagte, der Islam-Unterricht solle an allen Schultypen angeboten werden. Möglicherweise könnten einzelne Schulen einen solchen Islam-Unterricht bereits im nächsten Schuljahr anbieten. „Wir wollen unseren Bürgern deutlich machen, dass sie ihre Religion hier leben können“, sagte Herrmann.

An einer Grundschule in Erlangen wird muslimischen Schülern aller Klassenstufen seit dem Schuljahr 2003/2004 ein deutschsprachiger Islam-Unterricht angeboten. Der Lehrplan würde vom Kultusministerium und den örtlichen Muslimen gemeinsam erarbeitet.

Derselbe Lehrplan könne für Grundschulen in ganz Bayern gelten, so Herrmann. Auch an Lehrplänen für andere Schultypen werde bereits gearbeitet.

Im Islam-Unterricht solle, außer bei arabischen Gebeten oder Koranzitaten, grundsätzlich Deutsch gesprochen werden. Herrmann forderte, dass aus der bisherigen islamischen „Unterweisung“ an bayerischen Schulen ein deutschsprachiger Islam-Unterricht wird. „Wir wollen, dass sich unsere muslimischen Bürger integrieren. Das geht nur mit einer gemeinsamen Sprache“, sagte er.

Herrmann meinte, es könnten verstärkt Lehrer von der Universität Erlangen- Nürnberg, wo es die Möglichkeit gibt, Islam-Unterricht als Zusatzfach zu belegen, eingestellt werden. Nach Angaben des Professors für Islamische Religionslehre, Harry Harun Behr, gibt es derzeit rund 35 Studierende, die als Zusatzfach Islam-Unterricht gewählt haben. (hv)


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