04.04.2006 | Nachrichten>International
Türkischer Ministerpräsident besorgt über Beziehungen zwischen
islamischer und westlicher Welt
Erdogan: „Extremisten auf beiden Seiten
nutzen die Situation für eigene Interessen aus“
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hielt beim Gipfeltreffen der Arabischen Liga zum Thema „Bund der Völker“ eine Rede und warnte, dass der Graben zwischen der islamischen und der westlichen Welt immer tiefer werde. Erdogan sagte, dass Extremisten auf beiden Seiten die Situation für eigene Interessen ausnutzten. Beide Seiten würden die gemeinsamen Werte ignorieren. Dadurch entstehe eine Krise, die sich immer weiter ausdehne.
„Wir müssen ohne Zeit zu verlieren, dieser Entwicklung entgegenarbeiten. Wir dürfen nicht mehr unseren Ängsten folgen, sondern müssen unsere Hoffnungen verwirklichen. Wir müssen Lösungen finden, wie wir die Logik und den Verstand als höchsten Maßstab setzen“, sagte der türkische Ministerpräsident und fügte hinzu: „Leider können wir nicht sagen, dass die Welt heute sicherer ist als vor 15-20 Jahren. In einer Welt, in der nicht alle in Sicherheit sind, ist keiner in Sicherheit. Als Folge der Globalisierung sollte dies für jeden eine Sicherheitslehre sein. Die Menschen mussten bereits sehr schmerzhaft erfahren, wohin ein „Mein Terrorist ist gut, dein Terrorist ist schlecht–Doppeltstandard“ führen kann.“