10.04.2006 | Nachrichten>International
Imame-Konferenz in Wien
Auf der dreitägigen Konferenz europäischer Imame und muslimischer Seelsorger in Wien wurde über die Rolle der Muslime in den christlich dominierten Gesellschaften Europas diskutiert

Am Freitagabend ist in Wien im Wiener Rathaus eine Konferenz europäischer Imame und muslimischer Seelsorger eröffnet worden. An der dreitägigen Konferenz, die von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium, der Stadt Wien und der Europäischen Islamischen Konferenz (EIC) veranstaltet wurde, nahmen auch österreichische und europäische Repräsentanten teil. Gesprächsthemen waren unter anderem Integration und Meinungsfreiheit.

Der amtierende EU-Ratsvorsitzende und österreichische Regierungschef Wolfgang Schüssel sagte: „Wir müssen Freiheit und Verantwortung immer neu buchstabieren. Wir wollen die Integration.“ Zudem meinte Schüssel, die Partnerschaft der Religionsgemeinschaften in Österreich könne ein „Exportartikel“ werden. Integration sei jedoch nicht einfach. Vor allem um die Bildung der jungen Muslime müsse man sich kümmern.

Zu der Konferenz vom 7. bis 9. April waren 120 muslimische Vertreter aus 40 Ländern gekommen. Es ging dabei um die Rolle der Muslime in den christlich dominierten Gesellschaften Europas. An der Eröffnung nahm auch die EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner teil. Die EU-Kommissarin sagte: „Die Reaktionen auf die Karikaturen, die den Propheten Muhammed darstellen, waren nur das jüngste Zeugnis einer Kette von Missverständnissen, innerhalb wie außerhalb Europas.“ Die Religionsfreiheit sei genauso nicht verhandelbar wie die Meinungsfreiheit.
Auch sagte Ferrero-Waldner, Muslime in Europa könnten als Brücke zu anderen islamischen Gemeinschaften außerhalb der EU fungieren. (hv)


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