06.04.2006 | Nachrichten>International
Britischer SAS-Soldat quittiert nach Irak-Einsatz den Dienst
Ein Soldat der britischen Spezialeinheit SAS hat gekündigt, weil er wiederholt illegale Methoden der US-Truppen im Irak beobachtet habe

Das Mitglied der britischen Spezialeinheit SAS (S pecial Air Service) Ben Griffin (28) hat aus moralischen Gründen seinen Dienst verweigert. Griffin habe mehrmals beobachtet, wie amerikanische Soldaten illegale Methoden im Irak anwandten und die Iraker in rassistischer Verachtung behandelten. Griffin diente zwei Jahre lang der SAS. Drei Monate lang unterstützte er US-Spezialoperationen in Bagdad. Der Ex-Soldat, der bereits früher die Legitimität des Kriegs angezweifelt habe, entschied nach seiner Zeit im Irak, seine Karriere nicht mehr länger in der Armee fortzuführen. Ben Griffin aus London ist somit der erste Soldat, der die SAS aus moralischen Gründen verläßt.

Griffin sagte: „Ich habe viele Dinge in Bagdad gesehen, die illegal oder einfach falsch waren. Ich wusste, genau wie andere, dass dies nicht der richtige Weg war, um Operationen durchzuführen, wenn man die Herzen der örtlichen Bevölkerung für sich gewinnen wollte.“

Griffin, der auch im Fallschirmspringerregiment gedient hatte, behauptete, dass die amerikanischen Soldaten eine „Fang alle“-Vorgehensweise zur Verhaftung von verdächtigen Aufständischen anwandten, was vollkommen drakonisch und ineffektiv sei. Die US-Soldaten würden Unschuldige verhaften und sie den irakischen Behörden übergeben, obwohl sie wüssten, dass die Gefangenen dort gefoltert würden. Viele US-Soldaten sahen die Iraker genauso an, wie Nazis die Juden. Sie würden mit den Irakern so sprechen, als ob sie dumm wären. Ihre Einstellung heize den Aufstand weiter an.

Der Ex-Soldat sagte weiterhin: „Ich bin der Armee nicht beigetreten, um amerikanische Auslandspolitik umzusetzen. Wir machen die Situation im Nahen Osten nur noch instabiler. Es ist nicht nur falsch, sondern auch ein großes militärisches Desaster.“ D er Einsatz im Irak sei seiner Ansicht nach illegal. Außerdem hätten die britische Regierung und Premierminister Tony Blair wiederholt über den Verlauf des Krieges gelogen.

Doch nicht nur die amerikanische Armee, sondern auch britische Streitkräfte waren wegen illegalen Vorgehensweisen öfters in Kritik geraten. So tauchte kürzlich ein Video auf, das zeigte, wie britische Soldaten irakische Jugendliche schlugen. Untersuchungen der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ haben ergeben, dass britische Soldaten seit Beginn des Krieges mehrere unschuldige Zivilisten, unter ihnen auch Kinder, erschossen haben. (hv)


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