17.04.2006 | Nachrichten>Deutschland
Proteste gegen Papst-Satire
Kritiker fordern den Fernsehsender „MTV“
auf, die Comic-Serie „Popetown“, die sich über Kirche und Papst
lächerlich macht, nicht auszustrahlen
Ungeachtet der religiösen Gefühle der Christen hat der Fernsehsender „MTV“ die neue Comic-Serie „Popetown“ angekündigt, in der Kirche und Papst lächerlich gemacht werden. Dazu warb MTV mit einem lachenden Jesus, der auf einem Sessel sitz, unter dem Motto: „ Lachen, nicht rumhängen“.
Mittlerweile werden die Proteste gegen die Comic-Serie, die ab dem 3. Mai ausgestrahlt werden soll, immer lauter. Nicht nur Kirchenvertreter und Politiker, sondern auch Juden und Muslime sowie die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) fordern, dass „Popetown“ nicht ausgestrahlt wird.
Der CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte: „Wir brauchen mehr Sensibilität im Umgang mit religiösen Gefühlen, auch mit unseren eigenen. Das hat nichts mehr mit Satire zu tun. Es kann nicht angehen, dass jede noch so geschmacklose religiöse Beleidigung unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit durchgeht.“
Söder sprach sich für ein schärferes Blasphemie-Verbot im Strafrecht aus, um alle zentralen religiösen Symbole besser vor ungehemmten Verunglimpfungen zu schützen. „Wir brauchen ein klares Blasphemie-Verbot im Strafrecht. Dazu muss § 166 StGB um konkrete Schutztatbestände erweitert werden“, sagte Söder.
Auch die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, kritisierte „Popetown“, die Jesus und den Papst in einer verunglimpfenden Weise darstellt. Sie forderte MTV auf, die Serie nicht zu senden. Eine Ausstrahlung wäre eine unerträgliche Beleidigung aller Christen, sagte Steinbach.
Die deutsche Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) hat ebenfalls den Sender MTV aufgefordert, „Popetown“ nicht auszustrahlen. Die Kommission befürchtet, dass die Serie auf Kinder und Jugendliche entwicklungsbeeinträchtigend wirken und religiöse Gefühle verletzen könnte.
Produzentin der Comic-Serie war die BBC. Aufgrund heftiger Proteste hatte sie auf die Ausstrahlung verzichtet. (hv)