03.04.2006 | Nachrichten>Deutschland
Frankreich will Einwanderungsgesetze verschärfen
Französische Regierung plant „auswählende
Einwanderung“
Die
französische Regierung hat ein neues Einwanderungsgesetz angekündigt,
wodurch der Familiennachzug und die Scheinehen begrenzt werden sollen. Zugleich
soll die Einwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften gefördert
werden. So sollen Ausländer, deren Kenntnisse und Talente als Bereicherung
für Frankreich gesehen werden, eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung
erhalten.
Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy sagte, er wolle die Besten ins Land holen und nicht diejenigen, die man sonst nirgendwo haben will. Der neue Entwurf von Sarkozy erhöht die Wartezeit für Familiennachzügler von einem Jahr auf 18 Monate. Außerdem muss der in Frankreich lebende Angehörige eine Arbeitsstelle vorweisen und darf nicht staatliche Unterstützung beziehen.
Nach den neuen Gesetzen kann die Aufenthaltsgenehmigung für ausländische Ehepartner erst drei Jahren nach der Heirat erteilt werden, um die Scheinehe zu bekämpfen. Außerdem sollen illegale Einwanderer, die seit zehn Jahren in Frankreich leben, nicht mehr automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.
Für Einwanderer, die dauerhaft in Frankreich leben wollen, ist ein Aufnahme- und Integrationsvertrag vorgesehen. Die Regierung erklärte, dass derzeit die Einwanderung in Frankreich ohne Bezug zu den Aufnahmekapazitäten Frankreichs und seinen wirtschaftlichen Erfordernissen erfolge.
Nur einer von neun Einwanderern käme aus wirtschaftlichen Gründen nach Frankreich und der Rest durch den Familiennachzug, hieß es. Deshalb plane die Regierung eine „auswählende Einwanderung“. (hv)