07.04.2006 | Nachrichten>Deutschland
Migrationsbeauftragter von Nordrhein-Westfalen will Türkisch als Abiturfach
Kufen: „Abiturienten in Nordrhein-Westfalen
sollen in Zukunft Türkisch als Abiturfach wählen können“
Der migrationspolitische Sprecher der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Thomas Kufen, forderte, dass Türkisch als Abiturfach eingeführt wird. „Türkisch als Abiturfach soll zur Normalität gehören“, sagte er. Kufen wolle die Muttersprache von Migrantenkindern möglichst als zweite Fremdsprache an den Schulen anbieten, um die Mehrsprachigkeit der Kinder besser zu fördern. Eine Deutschpflicht auf Schulhöfen hindere den Zugewinn, den mehrsprachige Kinder in die deutsche Gesellschaft einbringen könnten.
Auch der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA), Tayfun Keltek, warnte davor, die Muttersprache von Ausländern auf den Schulhöfen zu verbieten. In den Diskussionen um Gewalt in der Schule würden Opfer zu Tätern gemacht, kritisierte Keltek.
Kinder aus Zuwandererfamilien hätten selbst mit gutem Hauptschulabschluss
kaum Chancen auf einen Arbeitsplatz. „Das sind Produkte dieser Gesellschaft.
Die Gesellschaft muss mit dem Problem fertig werden“, sagte Keltek. Daher
seien Forderungen nach Ausweisung sozial auffälliger Familien falsch.
Bisher bieten nur 100 Schulen in Nordrhein-Westfalen Türkisch als Abiturfach
an. (hv)