14.04.2006 | Nachrichten>Deutschland
Wenig Erfolg bei Integrationskursen
SPD-Bundestagsabgeordnete Uta Zapf: „Deutschkurse
müssen von 600 auf 900 Stunden ausgeweitet werden“
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Uta Zapf sagte, dass die seit 2005 angebotenen Integrationskurse für Zuwanderer, Spätaussiedler oder länger in Deutschland lebende Ausländer nicht so erfolgreich wie erwartet seien und berief sich dabei auf Informationen vom Bildungszentrum des Internationalen Bundes in Langen. Im Langener Bildungszentrum, wo die Erfolgsquote im bundesweiten Vergleich sogar noch sehr hoch sei, hätten von 80 Teilnehmern im vergangenen Jahr nur ein knappes Drittel die Prüfung bestanden, berichtete die Leiterin des Jugendmigrationsdienstes, Hanneliese Einloft-Achenbach.
Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hätten im vergangenen Jahr rund 100000 Zuwanderer Integrationskurse begonnen und nur 5000 Teilnehmer den Abschlusstest bestanden.
Einloft-Achenbach beklagt, dass 630 Stunden für einen Integrationskurs (600 Stunden Deutschunterricht und 30 Stunden Kurse über Grundkenntnisse der deutschen Rechtsordnung, Geschichte und Kultur) zu wenig seien. Selbst diejenigen, die die Abschlussprüfung erfolgreich bestehen, verfügten nicht über ausreichende Sprachkenntnisse, um eine Aus- oder Weiterbildung beginnen zu können. Deshalb wolle der Internationale Bund den Deutschunterricht von 600 auf 900 Stunden erhöhen, so Einloft-Achenbach.
Außerdem müssten die Kurse so stattfinden, so dass nicht vom Analphabeten bis zum Ingenieur alle in derselben Klasse lernen. Dadurch würden die Kursteilnehmer sich gegenseitig behindern. Um das zu vermeiden, werde das Bildungszentrum Langen ab dem Sommer einen Integrationskursus speziell für Jugendliche im Alter von 18 bis 27 Jahren anbieten.
Einloft-Achenbach sagte, dass im ersten Quartal 2006 105 junge Leute sich bei dem Jugendmigrationsdienst angemeldet hätten. Jugendintegrationskurse bräuchten eine neue Konzeption, die auch Hilfen bei der beruflichen Orientierung sowie ein Praktikum beinhalten müssten.
Zapf kündigte an, sie werde sich für die Aufstockung
der Fördermittel für Integrationskurse einsetzen und kritisierte die
Pläne der Bundesregierung, die Fördermittel von 208 auf 141 Millionen
zu kürzen. (hv)