01.08.2006 Nachrichten>International
Massaker an Kinder
Wie vor zehn Jahren richtete Israel im libanesischen
Kana ein Blutbad an
Einem israelischen Bombardement der libanesischen Ortschaft Kana östlich von Tyrus fielen in der Nacht zum Sonntag Dutzende Menschen zum Opfer. Über 56 Tote, davon 34 Kinder wurden gemeldet. Die Beiruter Regierung forderte einen »sofortigen und bedingungslosen« Waffenstillstand und eine Untersuchung »der israelischen Massaker«. Am 18. April 1996 beschoß Israel schon mal ein Flüchtlingslager der UNO in Kana und tötete über 100 Menschen. Untersucht wurde wenig. Aus der Sicht Tel Avivs waren damals wie heute die Opfer selbst schuld, d. h. Täter. Immerhin lud die libanesische Regierung diesmal US-Außenministerin Condoleezza Rice aus, die am Sonntag Beirut besuchen wollte.
Uno-Generalsekretär Kofi Annan berief nach dem Bombardement
den Weltsicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Annan forderte die
Mitglieder dazu auf, die israelische Attacke auf Kana zu verurteilen und ein
sofortiges Ende aller Feindseligkeiten zu fordern.