16.08.2006 Nachrichten>Deutschland
Rechtsradikale greifen Afrikaner an
Opferberatung: „Polizei griff nicht ein“
Nach
Angaben der „Mobilen Beratung für Opfer rechtsextremer Gewalt“
in Magdeburg, ist ein 26-jähriger Migrant aus Togo von Neonazis attackiert,
rassistisch beschimpft und bedroht worden. Die Polizei habe dabei nicht eingegriffen
und zudem das Opfer zum Täter gestempelt, teilte die Opferberatung mit.
Außerdem habe sie in einer Pressemitteilung das Ausmaß des Angriffs
verschwiegen.
Die Polizei hatte am Sonntag mitgeteilt, der Togolese habe beobachtet, wie drei
Personen ein parkendes Auto beschädigten. Als die Drei den Afrikaner bemerkten
und ihn daraufhin beschimpften, sei dieser ihnen gefolgt und habe den 23-Jährigen
in der Gruppe beschimpft. „Als die von ihm informierte Polizei eintraf
und den Sachverhalt aufnehmen wollte, sprühte er mit Pfefferspray in Richtung
der drei Deutschen“, teilte die Polizei mit. Dem Schwarzafrikaner drohe
nun eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.
Die Opferberatung schilderte den Fall ganz anders. Der Schwarzafrikaner sei massiv beleidigt und bedroht worden. Daraufhin habe er die Polizei angerufen und vergeblich zehn Minuten auf sie gewartet, bis er sie schließlich ein zweites Mal anrief. In dieser Zeit seien etwa zehn weitere Rechtsextreme zu den Dreien hinzugekommen und den Togolesen Schläge angedroht.
Als die Polizei eintraf habe der 23-Jähige dem Togolesen gezielt einen Fußtritt versetzt, so dass er gegen ein geparktes Auto fiel. In Panik habe das Opfer dann mit einer Dose Pfefferspray den Angreifer abgewehrt, so die Opferberatung.
Die Opferberatung berichtete weiterhin, dass die Polizei in Magdeburg trotz mehrfacher Notrufe von schwarzafrikanischen Opfern im letzten halben Jahr zu spät oder gar nicht kam. (hv)