25.08.2006 Nachrichten>International
Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen vor
Amnesty International: „Israel hat absichtlich Zivilisten angegriffen“

In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International heißt es, Israel habe im Libanon-Krieg von Anfang an geplant, Häuser, Brücken, Straßen, Wasserwerke und Treibstofflager zu zerstören: „ Die Fakten weisen stark darauf hin, dass die massive Zerstörung von öffentlichen Einrichtungen, Kraftwerken, Wohnungen und der Industrie absichtlich und ein integraler Bestandteil der Militärstrategie als bloß Kollateralschäden waren.“

Die Mitarbeiterin der Organisation, Sidrassi-Harth, sagte: „Viele dieser Angriffe waren vorsätzlich, unverhältnismäßig und machten keinen Unterschied zwischen militärischen und zivilen Zielen.“

Laut Ruth Jüttner, einer Nahostexpertin von Amnesty International, gibt es Augenzeugenberichte über Angriffe auf Flüchtlinge und Rot-Kreuz-Mitarbeiter. „Die israelischen Luftangriffe zwingen Tausende Zivilisten zur Flucht. Wenn die israelische Luftwaffe aber dann Brücken und Straßen bombardiert, sitzt die Zivilbevölkerung in der Falle“, sagte Jüttner. Eine Kommission im Krisengebiet soll die Berichte genau untersuchen.

Die Generalsekretärin von Amnesty International, Irene Khan, sagte, Israel habe weder den Schutz von Zivilisten noch die Einhaltung der Kriegskonventionen beachtet. „Israel greift gezielt und mit unangemessener Härte Zivilisten und Helfer an, während die Hisbollah weiter Raketen auf israelische Wohngebiete feuert“, sagte Khan.

Der UN-Minenexperte Tekimiti Gilbert berichtete, dass Israel gezielt Streumunition verwendet hat, deren Blindgänger noch nach Jahren explodieren können und besonders Kinder gefährden. Seit Beginn des Waffenstillstands am 14. August seien durch Blindgänger acht Menschen getötet und mindestens 25 verletzt worden. Israel habe sie in Dörfern eingesetzt und somit Völkerrecht verletzt, sagte Gilbert.

Nach Angaben von Amnesty International sind durch die israelischen Angriffe auf den Libanon mehr als 1100 Menschen getötet worden. Etwa ein Drittel davon seien Kinder gewesen. 4054 wurden verletzt und rund eine Million mussten fliehen. (hv)


nach oben zurück