25.08.2006 Nachrichten>Deutschland
Deutschland vor tief greifendem Strukturwandel
Strukturwandel wegen rückläufiger
Bevölkerungsentwicklung führt zum deutlichen Rückgang bei Steuereinnahmen
und Sozialbeiträgen
Deutschland steht nach Einschätzung der Bundesregierung wegen der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung vor einem tief greifenden Strukturwandel. Dadurch würden auch Steuereinnahmen und Sozialbeiträge deutlich zurückgehen. Dies geht aus den Vorträgen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und von Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) bei einem Demographie-Kongress der Fachzeitung „Behörden-Spiegel“ am Mittwoch in Berlin hervor.
Tiefensees Staatssekretär Ulrich Kasparick (SPD) sagte, dass dieser wirtschaftliche und soziale Wandel dazu führen werde, „dass Steuereinnahmen vor Ort bis zu 40 Prozent wegbrechen.“ Kasparick sagte: „Bis 2050 baut sich in Gesamtdeutschland ein großes Problem auf.“ Der Bevölkerungsrückgang um jährlich 450000 werde dann durch Zuwanderung nicht mehr aufzuhalten sein. Der Staatssekretär forderte daher noch mehr Zuwanderung.
Ein weiteres Problem sei, dass bereits von 2008 an es ein Mangel an Hochqualifizierten geben werde. Deshalb müssten Wachstumszentren um Universitäten herum ausgebaut werden, so Kasparick.
Das Familienressort kündigte eine integrierte Politik
von der Kindererziehung bis zur Einbeziehung Älterer ins Erwerbsleben an.
„Es gibt dazu keine Alternative, in einer älter werdenden Gesellschaft
ältere Menschen länger einzubeziehen“, sagte der Staatssekretär
im Bundesfamilienministerium, Hermann Kues (CDU). Kinder gehörten zum Arbeits-
und Wirtschaftsleben. Der normale Kindergarten müsse daher für die
Familien kostenlos werden.
Tiefensee sagte: „Wir haben mehr Seniorinnen und Senioren, wir haben weniger
Kinder, Menschen ziehen weg und demzufolge gibt es weniger Bevölkerung.“
Deshalb müssten die Landesregierungen die Städte und Regionen Kinder-
und Seniorenfreundlicher gestalten. (hv)