26.08.2007 Nachrichten>International
Hetzschrift „Mein Kampf“ in der Türkei verboten
Nach Informationen des türkischen Nachrichtensenders CNN-Türk ist die Verbreitung des Hetzpamphlets „Mein Kampf“ von Adolf Hitler in der Türkei verboten worden. Demnach darf das Buch ab sofort nicht mehr gedruckt oder verkauft werden. Der Freistaat Bayern als Inhaber der Rechte an dem Buch habe das Verbot vor türkischen Gerichten durchgesetzt. Eine Bestätigung seitens der Behörden lag zunächst nicht vor.
Das von Antisemitismus durchzogene Werk von Hitler war in der Türkei zum Bestseller geworden. Obwohl sie keine Druckgenehmigung hatten, gaben gleich mehrere Verlage das Buch heraus. Dem CNN-Bericht zufolge rätselten Buchverlage und Wissenschaftler über das Phänomen des plötzlichen Interesses an Hitlers Hetzbuch. Die Türkei sei weder ein Land mit einer intensiven Lesekultur noch spiele sie in der Geschichte des Antisemitismus eine Rolle, hieß es.
Hitler schrieb „Mein Kampf“ 1924 während seiner Festungshaft in der Haftanstalt Landsberg im oberbayerischen Landsberg am Lech zusammen mit seinem langjährigen Stellvertreter Rudolf Heß, welcher aber nicht als Co-Autor aufgeführt wird. Sein Ziel war die Darstellung der Entwicklung und der Ziele des damaligen Nationalsozialismus. Hitler ging dabei von der Echtheit der Protokolle der Weisen von Zion aus, welche eine jüdische Weltverschwörung beschreiben, obwohl bereits damals bekannt war, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt.
Der Originaltext erlebte in seiner zwanzigjährigen Editionsgeschichte von 1925 bis 1945 zahlreiche Änderungen und Erweiterungen. Sprachlich und inhaltlich verworrene Passagen wurden offenbar von anonymen Lektoren aus Hitlers Umfeld bearbeitet.