26.08.2007 Nachrichten>Deutschland
Angriffe von Neonazis auch im Westen: „Wir machen die Neger platt“
Weinflasche auf den Kopf geschlagen und Finger
abgetrennt – Ministerpräsident Beck verurteilte den Vorfall als „feige
und menschenverachtende Straftat“
Nicht
nur in Mügeln in Ostdeutschland, sondern auch in Guntersblum in Rheinland-Pfalz
wurden am letzten Wochenende Ausländer von Rechtsextremisten angegriffen
und schwer verletzt. Der Fall in Guntersblum bei Mainz wurde erst gestern von
der Polizei bekanntgegeben. Wie der Mainzer Leitende Oberstaatsanwalt Klaus
Puderbach mitteilte, wurden ein Sudanese und ein Ägypter bei einem Fest
von drei Rechtsradikalen schwer verletzt. Warum der Fall erst jetzt der Öffentlichkeit
mitgeteilt wurde, beantwortete die Polizei mit ermittlungstaktischen Gründen.
Mit den Worten "Wir machen die Neger platt" seien drei Männer
aus einer sechsköpfigen Gruppe auf die beiden Afrikaner losgegangen.
Zunächst habe der 26-jährige Haupttäter versucht,
mit einem Karate-Sprung den Sudanesen zu treten. Als ihm dies misslungen sei,
habe er auf den ebenfalls 26 Jahre alten Afrikaner eingeprügelt und ihm
eine Weinflasche auf den Kopf geschlagen, so dass diese zerbrach. Daraufhin
sei der Sudanese zu Boden gegangen. Anschließend sollen zwei der Täter
auf den am Boden liegenden Mann eingetreten haben. Als der 39-jährige Ägypter
seinem Freund zu Hilfe kommen wollte, wurde er von einem der drei Männer
mit einem abgebrochenen Flaschenhals angegriffen. Dabei sei dem Ägypter
ein Finger abgetrennt worden. Als Passanten die Polizei riefen, seien die Angreifer
davongelaufen. Alle drei Täter wurden heute festgenommen, wobei einer mit
Auflagen wieder freigelassen wurde. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verurteilte
den Vorfall als „feige und menschenverachtende Straftat“. Die Polizei
in Rheinland-Pfalz gehe konsequent gegen Rechtsradikale vor. Nach der derzeitigen
Sachlage sei von einer „rechtsmotivierten Straftat auszugehen“,
sagte der SPD-Vorsitzende.