27.08.2007 Nachrichten>International
Türkei plant Einführung eines Halal-Zertifikats
Das türkische Staatssekretariat für Außenwirtschaft hat mit den Vorbereitungen für die Einführung einer „Halal-Lebensmittelnorm“ (Norm für religionskonforme Lebensmittel) begonnen. Zuvor hatte sich das türkische Norminstitut (TSE) für ein Halal-Zertifikat ausgesprochen

Das Staatssekretariat begründet diese Initiative dadurch, dass die Einführung eines Halal-Zertifikats den Export türkischer Produkte in islamische Länder erleichtern werde. Von der Erweiterung des Absatzmarktes sei nicht nur die Lebensmittelindustrie betroffen. Insbesondere die Herstellung und Veräußerung von Arzneimitteln, Kosmetikartikeln und sonstigen medizinischen Produkten würden durch die neue Regelung begünstigt. Im Wettbewerb um die Absatzmärkte sei die Einführung eines Halal-Zertifikats geradezu alternativlos.

Bei der Vergabe von „Halal-Lebensmittelzertifikaten“ sollen islamische Rechtsgelehrte kontrollieren, ob die Herstellung der Produkte den islamischen Richtlinien entspricht. Für die Wahrnehmung dieser Aufgaben soll ein Fatwa-Rat eingerichtet werden.

Das Staatssekretariat bekundet dabei auch die Besorgnis, dass die Ausstellung eines Halal-Zertifikats besonders im Binnenmarkt zu Verunsicherungen führen könne. Die Verbraucher könnten zu der Annahme gelangen, dass Produkte, die kein Zertifikat tragen, nicht den islamischen Prinzipien genügen. Die Vergabe von Halal-Zertifikaten könnte somit zu wirtschaftlichen Nachteilen für Betriebe, die keine Zertifizierung vornehmen, führen.

Das Vorhaben des Staatssekretariats für Außenwirtschaft, das dem Minister Kürsad Tüzmen angegliedert ist, wurde in der Öffentlichkeit grundsätzlich begrüßt. Dass bei der Einführung des Zertifikats allein das wirtschaftliche im Vordergrund steht, wirft den eigentlichen Sinn, den Muslimen die Auswahl von Halal-Lebensmitteln zu erleichtern, jedoch in den Schatten. (sa)



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