05.12.2006 Nachrichten>International
„Vernunft ist die wichtigste Basis des Islams“
Der mit Papst Benedikt XVI. zusammengekommene Leiter der obersten türkischen Religionsbehörde, Ali Bardakoglu sagte, die umstrittenen Meinungen zum Islam seien auf die Vorurteile und historisch begründeten Ängste zurückzuführen

Eines der wichtigsten Besuchsziele der Türkeireise des Papstes Benedikt XVI., dem offiziellen Gast des türkischen Präsidenten Ahmet Necdet Sezer, war das Präsidium der türkischen Religionsbehörde. Der Papst besuchte dessen Leiter, Ali Bardakoglu, in seinem Amtssitz. Beide religiöse Würdenträger fanden bei der gemeinsamen Pressekonferenz versöhnende Worte füreinander. Bardakoglu sagte bezüglich der umstrittenen Papst-Rede, in der Benedikt XVI. behauptete, der Islam sei durch das Schwert verbreitet worden: „Die Religion Islam, der wir angehören, bestimmt die Vernunft in theoretischer und praktischer Hinsicht als die wichtigste Grundlage. Ich möchte hier die Trauer und Klage jedes Muslims betonen. Außerdem kritisierte Bardakoglu, dass der Terror mit dem Islam in Verbindung gebracht wird. „Wir Muslime verurteilen jede Form von Gewalt und Terror als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gleich wer sie verübt und gegen wen sie gerichtet ist“, fuhr Bardakoglu fort und plädierte für gemeinsame Lösungen der durch die Globalisierung entstandenen Probleme, anstatt sich mit theologischen Diskussionen zu beschäftigen.

Bei seiner Rede richtete sich der Papst an das türkische Volk und die Muslime und sagte: „Wir alle sind Mitglieder einer Familie, die an einen einzigen Gott glauben.“ Er wünschte außerdem die Fortsetzung des Dialogs zwischen den Religionen und Kulturen und und hob hervor: „Ein echter Dialog kann gewährleistet werden, wenn ein wahrer Wunsch des Kennenlernens auf beiden Seiten besteht, Unterschiede toleriert und Gemeinsamkeiten begrüßt werden.“ (ab)

 

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