06.12.2006 Nachrichten>International
Rassismus in Europa
Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC), eine Agentur der EU mit Sitz in Wien, hat einen Bericht über das Ausmaß des Rassismus in den europäischen Ländern veröffentlicht

Die von der EUMC eingeleitete Untersuchung sollte ursprünglich alle Daten der europäischen Mitgliedsländer beinhalten. Einige Mitgliedsländer lehnten es allerdings ab, die Daten an die Zentrale in Wien weiterzugeben. So kommt man mit den vorhandenen Daten zu dem Schluss, dass rassistisch und fremdenfeindlich motivierte Gewalt in Europa gestiegen ist. Nach dem Bericht der Untersuchung heißt es, dass insbesondere Roma, Muslime, Juden und Flüchtlinge Opfer rassistischer Gewalttaten sind.

Weiterhin wird bemerkt, dass Griechenland, Spanien, Italien, Zypern und Malta das Problem nicht ernst nehmen und dementsprechend keine Untersuchungen einleiten, so dass der europaweiten Untersuchung die Vergleichbarkeit fehlt. Die Direktorin der EUMC, Beate Winkler, sagte: „Die Opfer der rassistischen und fremdenfeindlichen Gewalt versuchen unsichtbar ohne jede Hilfe zu leben.“ Winkler meinte außerdem, die Mitgliedsländer, die dieses Problem nicht wahrnehmen wollen, würden auch mit einer Maßnahme durch eine wirksame Politik auf sich warten lassen.

Die Vorsitzende des Verwaltungsrates der EUMC, Anastasia Crickley, stellte fest, dass die europäischen Länder es generell bevorzugen keine Maßnahmen gegen den Rassismus und die Fremdenfeindlichkeit zu ergreifen. Daten aus Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Polen, der Slowakei und England zeigen, dass die rassistischen Gewalttaten in diesen Ländern immer weiter ansteigen, während in Tschechien, Österreich und Schweden die Tendenz fallend ist.

Im Bericht heißt es weiter, dass besonders die Explosionen in London im Juli 2005 und die Rebellionen in den französischen Vororten, in denen hauptsächlich Einwanderer leben, Gründe für den Anstieg des Rassismus in Europa seien. Diese Gewalttaten seien beängstigend und es müssten daher unverzüglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Bericht wird außerdem dokumentiert, dass solche Ereignisse für politische Zwecke ausgenutzt werden. Laut dem Bericht findet Diskriminierung am meisten in der Arbeitswelt statt, von dem hauptsächlich die jungen Flüchtlinge und ethnische Minderheiten betroffen sind. Die Länder, in denen Flüchtlinge und Minderheiten am meisten arbeitslos sind, sind Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland und Finnland. In Frankreich haben die Flüchtlinge nicht nur sehr schwer einen Zugang in die Arbeitswelt, sie müssen auch mit gesetzlichen Diskriminierungen kämpfen, wenn sie denn eine Arbeitstelle finden. (ab)

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