11.12.2006 Nachrichten>International
Junge Türken in Deutschland haben schlechtere Chancen beim Zugang zum Arbeitsmarkt
Nur die Hälfte der Türken findet direkt
nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat den Einstieg ins Berufsleben nach der Ausbildung bei Angehörigen verschiedener Nationalitäten untersucht. Der Studie zu Folge finden junge Türken nach der Ausbildung viel schwieriger einen Arbeitsplatz, als Deutsche. Demnach finden zwei Drittel der Deutschen direkt nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz. Bei den Türken dagegen findet nur die Hälfte eine Arbeit.
Während die Arbeitslosenquote der Deutschen nach der Ausbildung bei etwa 30 Prozent liegt, sind rund 40 Prozent der jungen Türken arbeitslos. Bei anderen Migranten ist die Arbeitslosenquote etwa gleich wie bei den Deutschen.
Die Untersuchungen ergaben, dass 80 Prozent der Türken, die ihre Berufsausbildung abgeschlossen und einen Arbeitsplatz gefunden haben, nach einem halben Jahr und 60 Prozent nach einem Jahr immer noch beschäftigt sind. Bei den Deutschen liegt das Risiko, ihre erste Arbeit zu verlieren, höher als bei Türken, was zum Teil mit dem Wehr- und Ersatzdienst erklärt wird.
Bei den Frauen dagegen würden Türkinnen häufiger aus der ersten Berufstätigkeit ausscheiden, als Deutsche und andere Migrantinnen. Darüber hinaus ergab die Studie, dass über 80 Prozent der Türkinnen sich auf nur acht Ausbildungsberufe konzentrieren.
Den Autoren der Studie nach erhalten Türken und Türkinnen
verstärkt Angebote für unattraktive Ausbildungsberufe und haben deshalb
Schwierigkeiten, in einen Ausbildungsberuf einzusteigen. Jedoch würden
sie auch teilweise selber Berufe mit schlechten Arbeitsmarktchancen wählen.
Um ihre Chancen in der Berufswelt zu erhöhen, schlagen die Autoren ein
gezieltes Beratungsangebot vor. (hv)