11.12.2006 Nachrichten>International
Iraker wandern aus
Die durch Gewalttaten immer schlimmer werdende
Lage in Irak brachte das bisher größte Flüchtlingsproblem mit
sich
Laut
dem von der Organisation International Refugees mit Sitz in Washington vorgelegten
Bericht stellt die Auswanderung der Iraker aus dem eigenen Land eine Bedrohung
für die Länder im Nahen Osten wie Syrien, Jordanien und Libanon dar.
Im letzten Monat vorgelegten Bericht heißt es, dass monatlich 100 000
Iraker aus dem eigenen Land fliehen. Die Zahl der in anderen arabischen Ländern
lebenden Iraker steigt somit auf 1,8 Millionen.
Die Zentrale der Refugees International sagte, sie hätten diesen Bericht für eine bessere Einschätzung der Lage in Irak veröffentlicht, der unverzüglich nach dem Baker-Bericht vorgelegt wurde. Das Flüchtlingsproblem in Irak würde in sehr kurzer Zeit das von Darfur übersteigen, hieß es im Bericht weiter. Die Sprecherin der Organisation Refugees International, Kristele Younes, sagte, die Zahlen seien sehr erschreckend und das Problem würde schnell zu eines der größten werden. Dass diese Länder Iraker dazu zwingen, zurück in das eigene Land zu kehren, in dem Chaos herrscht und die Gewalt anhält, sei besorgniserregend. Laut Bericht sind Iraker in anderen arabischen Ländern besonders in der Arbeitswelt, der Gesundheitsbranche und anderen öffentlichen Einrichtungen sehr vielen Einschränkungen ausgesetzt.
Jordanien ließ alle Grenzen für die irakischen Flüchtlinge schließen und entzog 500 000 in Jordanien lebenden Irakern die Aufenthaltserlaubnis. Das hat zur Folge, dass Syrien das letzte zugängliche Land für die irakischen Flüchtlinge wurde, nicht zuletzt wegen dem Visumerlass für alle Araber. Laut den Vereinten Nationen fliehen jeden Tag bis zu 2000 Iraker nach Syrien.
Die Organisation Refugees International forderte die westlichen
Länder auf, die Länder im Nahen Osten bei der Aufnahme von Irakern
zu unterstützen. Der Vorsitzende der Organisation, Kenneth Bacon, sagte:
„Die USA und andere Alliierte sind die Verantwortlichen für diesen
Chaos in Irak und unternehmen aber sehr wenig für ein Ende dieses Menschheitdramas.“
Auf der anderen Seite gab das Außenministerium der USA ein Hilfsfond für
bedürftige Iraker in Jordanien und Syrien bekannt. Der Fond würde
im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. (ab)