12.12.2006 Nachrichten>Deutschland
Islamratsvorsitzender erwartet von christlichen Kirchen mehr Bereitschaft zu einem „wirklichen Dialog“
Islamratsvorsitzender: „Religionen sollen sich besser kennenlernen“

Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, sagte, dass der kürzlich veröffentlichte Positionspapier der Evangelischen Kirche (EKD) zum Dialog mit den Muslimen von Misstrauen geprägt sei und wie eine Fibel zum Missionieren wirke. Der Islamratsvorsitzende forderte von den christlichen Kirchen mehr Bereitschaft zu einem „wirklichen Dialog“. Dazu gebe es keine Alternative, sagte er.

Auch kritisierte Kizilkaya die Aussagen der Evangelischen Kirche, der Islam sei in vielen Fällen mit der Tradition eine „unheilige“ Allianz eingegangen. Dazu sagte er: „Diese Allianz gibt es nicht. Ich weiß nicht, wie die EKD auf diese Feststellung kommt.“

Die katholische Kirche kritisierte Kizilkaya wegen ihrer starken Zurückhaltung trotz der positiven Signale des Papstes auf seiner Türkei-Reise. „Ich würde mich freuen, wenn die katholische Kirche in Deutschland dem Beispiel des Papstes folgen würde“, sagte der Islamratsvorsitzende.

Die Religionen sollten sich besser kennenlernen. Dabei müsse man allerdings „akzeptieren, wie der Gegenüber sich in seinem Selbstverständnis definiert“. (hv)

 

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