27.12.2006 Nachrichten>InternationalTopic
Mehr als 70 Tote in Ueberflutungen und Erdrutschen in Aceh
In Indonesien wurden die Festlichkeiten der Weihnachtstage und die Vorfreude auf das islamische Opferfest durch eine Reihe von Naturkatastrophen ueberschattet. Tagelange Regenfaelle verursachten meterhohe Ueberflutungen und loesten Erdrutsche, denen bis dato 73 Menschen zum Opfer fielen. Zehntausende wurden durch die Wassermassen gezwungen ihre Haeuser zu verlassen. Aceh, das noch immer stark gezeichnet ist von dem verheerendem Tsunami vor zwei Jahren, wurde von diesen Ueberflutungen am staerksten getroffen. Hier sind sechs Provinzen von den massiven Ueberflutungen heimgesucht worden. Die Zahl der Todesopfer steigt stuendlich, je mehr abgelegene Doerfer von den Helfern erreicht werden.
"Die Tamiang Provinz in Aceh ist am staerksten getroffen, wo die Fluten bis unter den Daechern standen," berichtete der Gouverneur von Aceh, Mustafa Abubakar am Montag in Banda Aceh. Aceh Tamiang befindet sich an der Grenze zu Nord-Sumatra. Die Fluten haben auch Bireun, Bener Meriah, Ost-Aceh, Gayo Lues und Nord Aceh getroffen und 198.246 Anwohner in den sechs Regionen gezwungen ihre Haeuser zu verlassen.
Erste Hilfslieferungen sind ueber den Luftweg zu 49 Distrikten in Aceh trasnportiert worden. Die Landwege zu den Flutgebieten sind gesperrt. Der Governeur sagte auch, dass 14 beschaedigte Bruecken so schnell wie moeglich repariert werden muessten, sobald das Wasser sich zurueckgezogen hatt. "Falls wir es nicht schaffen, diese Bruecken in kuerzester Zeit zu reparieren, wird es eine Knappheit an logistischen Lieferungen aus Medan (Nord-Sumatra) geben, und dies waere gefaehrlich fuer Aceh,"
In Nord Sumatra starben 19 Personen in einem Erdrutsch in Mandailing Natal, was durch ein Erdbeben getroffen wurde. Das Erdbeben brachte vier Menschen um und zerstoerte mehr als 800 Haeuser. Die meisten der Erdrutschopfer kehrten gerade zurueck in ihre Haeuser in Gedang, nachdem sie aufgrund des Erdbebens geflohen waren.
Adif Nasution, ein Augenzeuge, berichtete, dass die meisten Opfer am Sonntag Nachmittag gegen 16 Uhr in ihre Haeuser zurueckgekehrt waren. Um 19:45 Uhr kam ein tosender Laerm vom nahegelegenem Huegel hinunter. "Der Erdrutsch geschah so schnell. Dutzende Haeuser am Huegelanhang wurden unter ihm begraben," fuegte Adif hinzu.
Viele Bewohner haben ihre Haeuser aus Angst vor weiteren Erdbeben und Erdrutschen verlassen. Einige Christen begangen das Weihnachtsfest, dass hier am 25. Dezember gefeiert wird, in Notunterkuenften.
PKPU, die Partnerorganisation der IGMG in Indonesien, ist mit mehreren Hilfsteams vor Ort und fuehrt Bergungs-und Rettungsaktionen in 23 Distrikten durch. Desweiteren organisiert sie die Verteilung von Hilfslieferungen and die mehr als 100.000 Obdachlosen. Viele der Bewohner haben alle ihre Nahrungsmittelvorraete aufgebraucht und sind nun auf die Hilslieferungen angewiesen, die neben Nahrungmitteln auch Decken, Zelte, Lampen usw. beinhalten. Ferner versorgen Aerzte des PKPU Verletzte und Erkrankte.
Sahabudin Ak, Vorsitzender der PKPU, berichtete mir, dass die Lage sehr ernst ist, und dass die PKPU auf weitere Spenden angewiesen ist, um die Hilfsmassnahmen weiterausbauen zu koennen.