Freitag 26. Dezember 2008
Hutba – Der Sunna verbunden sein


 

„Was euch der Gesandte aber gibt, das nehmt, und was er euch verwehrt, das lasst sein. Und fürchtet Allah. Allah straft fürwahr streng.“ (Sure Haschr, [59:7])

Verehrte Muslime,

alles, was der Gesandten Gottes Muhammad (saw) gesagt, getan, geboten oder verboten hat, aber auch alle Überlieferungen, die von seinem Leben und seiner Persönlichkeit berichten, werden Sunna bzw. Hadîthe genannt. Die Sunna ist - nach dem Koran – die zweite Quelle unserer Religion (Dîn) und verbindlich für alle Muslime. Dies geht unter anderem aus folgendem Vers hervor: „Was euch der Gesandte aber gibt, das nehmt, und was er euch verwehrt, das lasst sein. Und fürchtet Allah. Allah straft fürwahr streng. “ (Sure Haschr, [59:7])

Verehrte Geschwister,

der Gesandte Gottes war es, der uns dargelegt hat, dass ein gottgefälliges Leben nur mit dem Koran und der Sunna möglich ist. Ein muslimisches Leben unter Ausschluss oder Abwertung der Sunna ist ein Irrweg. So sagte der Prophet in seiner berühmten Abschiedspredigt: „Ich hinterlasse euch zwei Dinge. Wenn ihr an diesen festhaltet, werdet ihr nicht vom Weg abkommen.Eines davon ist das Buch Allahs, das andere die Sunna seines Gesandten.“ (Muwatta, Kadr, 3) Das heißt: die Sunna, das Erbe des Gesandten Gottes an die Nachwelt, zu befolgen und zu beleben, bedeutet, die Religion aufrecht zu erhalten. Umgekehrt schadet es der Religion, wenn die Sunna vernachlässigt oder gar abgelehnt wird. Dies hat der Prophet in folgendem Hadîth mitgeteilt: „Der Verlust der Religion beginnt mit der Abwendung von der Sunna. Genauso wie ein Strick Faden für Faden zerreist, so verschwindet auch die Sunna, indem jede einzelne Sunna nach und nach aufgegeben wird.“ (Dârimî, Mukaddima, 16)

Verehrte Muslime,

die Sunna hat eine unersetzliche Rolle, was das Verständnis des Korans angeht. Die Umsetzung der Gottesdienste wie das Gebet (Salâh), das Fasten (Sawm), die Zakât oder die Hadsch sind nur mit dem Wissen möglich, das wir aus der Sunna gewinnen. Genauso enthält die Sunna Details zu Fragen des Glaubens sowie genaue Informationen zum Charakter des Gesandten Gottes und seinem täglichen Leben, aus denen die Muslime viele moralische Prinzipien ableiten. Allein diese Hinweise reichen schon aus, um zu verstehen, dass ein Verständnis des Korans und die Umsetzung seiner Gebote ohne die Sunna nicht möglich ist.

Verehrte Geschwister,

wir müssen uns der Sunna annehmen; dies ist eine religiöse Pflicht. Denn der Sunna zu folgen, wird uns dem Gesandten Gottes näher bringen und uns ermöglichen, seinem Beispiel zu folgen. Auf diesem Wege können wir die Fürsprache des Propheten gewinnen und uns zu denjenigen auserwählten Menschen zählen, die er seine Umma nannte. Auf keinen Fall ist es möglich, die Sunna auszublenden und zu behaupten, der Koran reiche völlig aus. Bevor wir die Hutba mit einigen Hadîthen beenden, beten wir zu Allah, dass er uns niemals vom Koran und der Sunna trenne: Der Gesandte Gottes sagte: „Ich möchte auf keinen von euch stoßen, den eine Nachricht von mir bezüglich eines Gebotes oder Verbotes erreicht und der – gemütlich in seinem Sessel sitzend – sagt: „Wir wissen nichts von diesem oder jenem. Wir halten uns nur an das, was im Buch Allahs steht.“ (Abû Dâwûd, Sunna, 5), „Wer sich von meiner Sunna abwendet, gehört nicht zu mir.“ (Buchârî, Nikâh, 1), „Wer meine Sunna (liebt und) lebt, der liebt auch mich. Und wer mich liebt, wird im Paradies bei mir sein.“ (Tirmizî, Ilm, 16)

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Freitag 19. Dezember 2008
Hutba – Der aufrichtige Gottesdienst


 

„...Wir haben unsere Werke, und ihr habt euere Werke (zu verantworten), und Ihm sind wir aufrichtig ergeben.“ (Sure Bakara, [2:139])

Verehrte Muslime,

im Koran heißt es: „Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen.“ (Sure Zârijât, [51:56]) Das Ziel ist es also, Allah zu dienen. In unserer Hutba möchten wir auf etwas aufmerksam machen, ohne das der Gottesdienst (Ibâda) keinen Wert hat; nämlich die Aufrichtigkeit (Ichlâs). Ichlâs bedeutet etwas in einen reinen, einfachen Zustand zu versetzen. Mit diesem Begriff wird die Reinigung des Herzens von allem Schlechten ausgedrückt. Ichlâs bedeutet, nicht den eigenen Vorteil anzustreben, nicht zu prahlen und ehrlich zu handeln. Im religiösen Sinne ist mit Ichlâs das Fernhalten von allem gemeint, das zu einer Zurschaustellung eines Gottesdienstes oder einer anderen Handlung führen könnte. Anders gesagt: Ichlâs heißt, nur um Gottes Willen zu handeln und die Gottesdienste ausschließlich zu verrichten, um Allahs Zufriedenheit (Rizâ) zu erlangen.

Verehrte Geschwister,

der Wert einer Handlung oder eines Gottesdienstes bemisst sich an der Aufrichtigkeit des Menschen. Im Koran werden diesen Menschen folgende Worte in den Mund gelegt: „...Wir haben unsere Werke, und ihr habt euere Werke (zu verantworten), und Ihm sind wir aufrichtig ergeben.“ (Sure Bakara, [2:139]) Der Vers verdeutlicht, dass nur aufrichtige Gottesdienste einen Wert besitzen und nur diejenigen Menschen das Wohlwollen Allahs erlangen können, die ihren Gottesdiensten in dieser Weise nachkommen.

Ichlâs ist aber auch ein Schild gegen alles Schlechte. So wird im Koran vom Propheten Jûsuf (as) berichtet, der sich nur aufgrund seiner Aufrichtigkeit vor den Verführungen der Zuleyha schützen konnte: „...Dies (geschah), um Schlechtigkeit und Schändlichkeit von ihm abzuwehren. Er war ja einer Unserer aufrichtigen Diener.“ (Sure Jûsuf, [12:24]) Es gehört also auch zur Aufrichtigkeit, sich von verbotenen Dingen fernzuhalten.

Verehrte Muslime,

Ichlâs ist das, was die Gottesdienste ausmacht. Ohne die Aufrichtigkeit hat der Teufel leichtes Spiel mit den Menschen. Denn auch wenn die Menschen ihre Gottesdienste verrichten, werden sie den Verführungen des Teufels erliegen, weil ihnen die Aufrichtigkeit fehlt. Unser Herr warnt uns im Koran vor diesen Fallen des Teufels: „Er (der Teufel) sprach: „Mein Herr! Du hast mich abirren lassen; so will ich ihnen jetzt auf Erden (das Böse) anziehend machen und sie allesamt verführen, außer Deinen auserwählten Dienern unter ihnen.“ (Sure Hidschr, [15:40]; Sure Sâd, [38:83]) Aus diesem Grund müssen diejenigen, die zwar ihre Gottesdienste verrichten, stets darauf bedacht sein, dies auch nur um das Wohlwollen Allahs und nichts anderes zu tun.

Der bekannte Mystiker Fudajl bin Ijâd sagte diesbezüglich: „Für das gemeine Volk ist das Versäumnis der Gottesdienste nichts als Stolz und die Verrichtung der Gottesdienste nichts als Polytheismus (Schirk). Ichlâs ist, wenn dich Allah vor diesen zwei Dingen bewahrt.“ Abû Bakr (ra) sagte in einer Hutba: „Wie ihr wisst, bemühen wir uns Tag und Nacht um das Diesseits. Doch nichts, was nicht um Allahs Willen gesagt wird, ist gut. Nichts, das nicht um Allahs Willen ausgegeben wird, ist gut. So wie es nichts gutes an Besserwissern und Prahlern gibt, so gibt es auch nichts gutes, an denen, die sich vor den Menschen ziehmen, wenn sie etwas tun, was sie um Allahs Willen tun.“

Deshalb, meine verehrten Geschwister,

müssen wir bei all unseren Handungen stets das Wohlwollen Allahs vor Augen haben. Wenn wir unsere Gottesdienste verrichten, damit die Menschen uns loben und uns unsere Gottesdienste nicht vor Schändlichem und Verwerflichem bewahren, wir also Dinge tun, die nicht zu uns passen, stürzen wir uns selbst ins Verderben. Deshalb dürfen wir niemals von Aufrichtgkeit und Ehrlichkeit ablassen. Insbesondere da wir in Europa den Islam repräsentieren, obliegt uns eine größere Veratwortung. Folgende Worte des Gesandten Gottes sollten wir niemals vergessen: „Ohne Zweifel, akzeptiert Allah keine Gottesdienste, außer denen, die um seines Willen und um seiner Zufriedenheit willen verrichtet werden.“ (Nasâî, Dschihâd, 24)

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Freitag 12. Dezember 2008
Hutba - Die Abrechnung mit dem Nafs

Wir sollten uns bei der Abrechnung mit dem Nafs fragen, welche guten Taten wir für uns selbst, für unsere Familienmitglieder, unsere Verwandten und Nachbarn oder gar für die Gesellschaft vollbringen. Auch sollten wir uns fragen, welche schlechten Taten wir ausüben. All diese Taten müssen wir überdenken, so dass die guten Taten sich vermehren und die schlechten Taten wieder gut gemacht werden.

Verehrte Muslime,

die Auseinandersetzung mit sich selbst und die Kontrolle des Egos bezeichnen wir als „Abrechnung mit dem Nafs“. Es bedeutet Bilanz zu ziehen in bezug auf sich selbst, seinem Daseinsgrund, seine Verantwortungen und seinen Imân sowie seine Taten auszuwerten. Die gelegentliche Abrechnung mit dem Nafs, ist für das Glück des Menschen im Diesseits und Jenseits unumgänglich. Denn sofern sich jemand kontrolliert und mit sich selbst abrechnet, wird im Einklang mit sich selbst und der Gesellschaft sein und die Grundrechte anderer achten. Eine Gesellschaft, die aus solchen Menschen besteht, wird eine intakte Gesellschaft sein.

Verehrte Geschwister,

in der Abrechnung mit dem Nafs, sollte das Gewicht auf den begangenen Sünden liegen und es sollten die Gründe, die dazu führten, untersucht werden. Wir sollten nicht vergessen, dass die Gründe für die Sünden im Vergessen des Jenseits, in der Hinwendung zu den Gelüsten, in der Zeitverschwendung und in der Abwendung von Allahs Versen liegen. Es sollte stets bedacht werden, dass Allah jedes Verhalten überwacht und uns eines Tages für jede kleine Tat zur Verantwortung ziehen wird.

Verehrte Muslime!

Bei der Abrechnung mit dem Nafs sollten wir den Tod und den Tag des jüngsten Gerichts immerzu vergegenwärtigen und unser Verhalten danach ausrichten. Allah gebietet diesbezüglich: „O ihr, die ihr glaubt! Ihr seid nur für euch selbst verantwortlich. Wer irrt kann euch nicht schaden, solange ihr rechtgeleitet seid. Zu Allah kehrt eure Heimkehr allzumal, und dann wird Er euch verkünden, was ihr getan habt. (Sure Ma’ida, [5:105]) Umar (ra) berichtet: „Der Gesandte Allahs (saw) hielt mich an der Schulter und sagte: „Sei wie ein Reisender auf Erden.” Des Weiteren empfahl Umar (ra): „Erwarte nicht den Morgen, wenn du den Abend erreichst und erwarte nicht den Abend, wenn du den Morgen erreichst. Bereite dich auf die Krankheit vor, solange du gesund bist. Bereite dich auf den Tod vor, solange du lebst.”(Buhârî, Rikak 2; Tirmizî, Zühd 25, (2334)

Verehrte Muslime!

Wir sollten uns bei der Abrechnung mit dem Nafs fragen, welche guten Taten wir für uns selbst, für unsere Familienmitglieder, unsere Verwandten und Nachbarn oder gar für die Gesellschaft vollbringen. Auch sollten wir uns fragen, welche schlechten Taten wir ausüben. All diese Taten müssen wir überdenken, so dass die guten Taten sich vermehren und die schlechten Taten wieder gut gemacht werden. Der Prophet (saw) ermahnte uns diesbezüglich: “Ein kluger Mensch rechnet mit seinem Nafs ab und strengt sich für das Jenseits an, ein schwacher Mensch hingegen verfällt seinem Nafs und bittet Allah um Unmögliches.” (Ibn Mâce, Zühd, 31 (II, 1423, 1424). Der folgende Gedanke sollte uns stets begleiten: „Wenn uns der Tod in diesem Augenblick überkommt, werden wir mit unseren Taten Rechenschaft bei Allah ablegen können?” Die Beantwortung dieser Frage ist recht schwierig und nur im Falle einer Abrechnung mit uns selbst können wir eine Antwort auf die Frage finden und dementsprechend Vorbereitungen treffen. Denn wir werden für alles zur Verantwortung gezogen, für erwünschte Taten, die wir jedoch nie vollbrachten und ebenso für unerwünschte, aber nie vollbrachte Taten. Umar (ra) ermahnt uns mit den Worten: „Rechnet mit euch ab, bevor mit euch abgerechnet wird!” Am Ende der Hutba möchte ich ihnen den folgenden Hadîth nahelegen: “Am Tag des jüngsten Gerichts wird Allah dem Menschen diese Fragen stellen: Wo und auf welche Weise er sein Leben verbracht hat, wie er seinen Lebensunterhalt verdient und wie er es ausgegeben hat, wo er seinen Körper abgenutzt hat.” (Buhari, Daavât, 4 (VII, 145, 146)

Ich möchte auf einen letzten Punkt eingehen. Wir haben diese Woche das Opferfest begangen. Ihre Opfertierspenden haben im Rahmen der Opfertierkampagne der IGMG die Bedürftigen in Indonesien, China, Indien, Afrika und weiteren Ländern erreicht. Die ehrenamtlichen Helfer der Opfertierkampagne überbrachten ihre Opfertierspenden und kamen mit Bittgebeten und Grüßen zurück. Möge Allah ihr Opfer und den diesjährigen Hadschreisenden ihre Hadsch annehmen.

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Freitag 05. Dezember 2008
Hutba – Treffen im „Dâr al-Arkâm”

Aufgrund der Bedeutung dieser Treffen in der Anfangszeit des Islams wurde später jede Wohnstätte, in der sich Muslime zusammenfanden, um die Botschaft des Korans zu verstehen, als Dâr al-Arkâm (Haus des Arkâm) genannt.

Verehrte Muslime,

im Koran heißt es: „...Gewiss, Allah verändert die Lage eines Volkes nicht, solange sie sich nicht selbst innerlich verändern...“ (Sure Râd, [13:11]) Mit der im Vers genannten Veränderung ist sowohl eine Entwicklung zum Guten als auch zum Schlechten gemeint. Solange die Menschen ihre guten Eigenschaften nicht durch schlechte bzw. schlechte Eigenschaften durch gute ersetzen, werden sie sich nicht entwickeln. Selbstverständlich ist es das Ziel unserer Religion, das Schlechte durch das Gute zu ersetzten und die Menschen zum Guten zu führen. Es ist das Ziel des Islams, Individuen zu formen, die viele gute Eigenschaften in ihrer Person vereinen. Um authentisches Wissen (Ilm) vermitteln zu können und solche Menschen zu formen, müssen wir unsere Aktivitäten vermehren; daran führt kein Weg vorbei. Nur durch Wissen kann das Ziel der Formung eines guten Menschen und der Glückseligkeit auf Erden erreicht werden. Aus diesem Grunde schenkt der Islam der Bildung und Erziehung große Aufmerksamkeit. Dies wird umso deutlicher, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass die ersten offenbarten Verse des Korans vom Lesen handeln.

Verehrte Geschwister,

der Islam möchte Menschen formen, die sich ihrer selbst bewusst sind. Schon zu den Anfangszeiten des Islams wurden erste Schritte getan, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehören die Treffen bei der Kâba, im Hause des Propheten oder seines Gefährten Abû Bakr (ra) und insbesondere im Hause des Arkâm bin al-Arkâm. Aufgrund der Bedeutung dieser Treffen in der Anfangszeit des Islams wurde später jede Wohnstätte, in der sich Muslime zusammenfanden, um die Botschaft des Korans zu verstehen, als Dâr al-Arkâm (Haus des Arkâm) genannt. In der Tat hat Arkâm bin al-Arkâm den Grundstein dafür gelegt, die Botschaft des Islams bis in unsere Zeit zu transportieren. Allah möge ihnen allen gnädig sein.

Verehrte Muslime,

wir treffen uns mit anderen Muslimen, um über Dinge zu sprechen, die dem Gesandten Gottes gefallen und durch die wir das Wohlwollen Allahs erlangen können. Bei den Gesprächskreisen können wir von anderen Menschen lernen, sie belehren und uns gegenseitig zu guten Taten ermutigen. Wir können uns der kommenden Generation nur annehmen, wenn wir uns der Bedeutung dieser Gesprächskreise bewusst werden und unsere Häuser zum „Dâr al-Arkâm“ machen. Nur diese Häuser werden zu Stätten des Wissens und der Bildung, an denen man das Erwerben von Wissen als Gottesdienst (Ibâda) betrachtet. In diesem Sinne organisiert der IGMG-Jugendverband viele solcher Gesprächskreise. Unter dem Namen „2000 Gesprächskreise“ hat sich unser Jugendverband vorgenommen, zwischen dem 1. und dem 8. Dezember 2000 Hausbesuche in ganz Europa durchzuführen. Wir möchten sie alle bitten, an diesen Treffen teilzunehmen, andere dazu zu ermutigen oder selbst zu organisieren. Auf diese Weise erfüllen wir das Gebot des folgenden Verses und bemühen uns, uns der Jugend anzunehmen: „O ihr, die ihr glaubt! Rettet euch und euere Familien vor dem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind...“ (Sure Râd, [66:6])

 

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Freitag 28. November 2008
Hutba – Was ist ein Gottesdienst (Ibâda)

„Es war ihnen jedoch nichts anderes geboten worden, als Allah zu dienen, reinen Glaubens und lauter, und das Gebet zu verrichten und die Steuer zu zahlen; denn das ist die richtige Religion.“ (Sure Bajjina, [98:5])

Verehrte Muslime,

Ibâda bedeutet, Gehorsam, Unterwerfung, Dienerschaft und Anbetung. Im religiösen Kontext bezeichnet dieser Begriff eine von der Absicht (Nijja) abhängige Gehorsamshandlung, deren Einhaltung eine Belohnung und deren Versäumnis eine Bestrafung mit sich bringt. Ein Gottesdienst ist eine Annäherung an Gott, der mit Körper und Geist vollzogen wird. Dabei ist die Absicht eine wesentliche Voraussetzung. Die Absicht beinhaltet, das Wissen und den Wunsch einen Gottesdienst zu verrichten. Das Bewusstsein, einen Gottesdienst zu verrichten, ist ein Sache des Herzens. Nur so erhält eine Handlung den Status eines Gottesdienstes. Im Islam unterscheidet man drei Arten von Gottesdiensten: „körperliche“ Gottesdienste wie das Gebet (Salâh), das Fasten (Sawm) und der Dschihâd; „materielle“ Gottesdienste wie die Zakât und den Dschihâd und solche Gottesdienste, die sowohl mit dem Körper als auch mit dem Vermögen verrichtet werden, also die Hadsch und der Dschihâd.

Verehrte Geschwister,

das endgültige Ziel eines jeden Gottesdienstes ist es, das Wohlwollen (Rizâ) Gottes zu erlangen. Es gibt aber auch Zwischenziele. Dazu gehört es, ein Leben nach den Geboten des Islams zu führen und alle Hindernisse, die das Leben der Menschen erschweren und sie daran hindern, Gottes Wohlwollen zu erlangen, aus dem Weg zu räumen. Der Maßstab jeder Handlung ist dabei, inwieweit diese sich an den Geboten und Verboten Gottes orientieren.

Verehrte Muslime,

Gottesdienste umfassen das gesamte Leben eines Menschen. Nur der Tod des Einzelnen hebt die Verpflichtung zum Gottesdienst endgültig auf. Aus diesem Grund heißt es im Koran: „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit/der Tod zu dir kommt.“ (Sure Hidschr, [15:99]) Die Verrichtung der Gottesdienste ist auch auf keinen bestimmten Ort eingeschränkt. Denn unser Prophet sagte „Egal wo du bist, fürchte Allah...“ (Tirmizî, Bir, 55; Ahmad bin Hanbal, V, 228) und machte uns daraf aufmerksam, uns unserer Verantwortung jederzeit bewusst zu sein. Die Furcht vor Gott, also Takwâ, wird beschrieben als „Gehorsam und nicht Auflehnung, als Gedenken (Zikr) und Lobpreisung (Schukr), nicht Undankbarkeit.“ (Ibni Kathîr, Tafsîrul Kur’ânil Azîm, II, 72)

Verehrte Geschwister,

damit ein Gottesdienst von Allah akzeptiert wird, müssen die Voraussetzungen erfüllt werden, derer es generell zwei gibt. Der Gottesdienst muss mit Aufrichtigkeit (Ichlâs) begangen werden und der Sunna entsprechen. Ichlâs bedeutet, etwas zu tun, weil es Allah gebietet und etwas zu unterlassen, weil es Allah verbietet. Ichlâs heißt, das Herz von allen Absichten und Gedanken, außer dem Streben nach dem Wohlwollen Allahs, zu reinigen. Allah gebietet im Koran: „Es war ihnen jedoch nichts anderes geboten worden, als Allah zu dienen, reinen Glaubens und lauter, und das Gebet zu verrichten und die Steuer zu zahlen; denn das ist die richtige Religion.“ (Sure Bajjina, [98:5]) Die Gottesdienste müssen auch der Sunna entsprechen, denn auch hier ist der Prophet das Vorbild: „Sprich: „Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. Dann wird euch Allah lieben und euch euere Sünden verzeihen; denn Allah ist verzeihend und barmherzig.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:31]) Wir möchten unsere Hutba mit einem Hadîth beenden: „Allah akzeptiert das Wort nicht (völlig) ohne Handlung, das Wort und die Handlung nicht ohne Absicht (Nijja) und das Wort, die Handlung und die Absicht nicht, wenn sie nicht der Sunna entsprechen.“ (Hâkim, al-Mustadrak, II, 425)

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