Freitag 22. Februar 2008
Hutba - Der Muslim und seine Mitmenschen

„…Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen, den Reisenden und zu denen, welche ihr von Rechts wegen besitzt…“
Verehrte Muslime,
eine der grundlegenden Eigenschaften eines Muslims ist es, jeden Mitmenschen gut zu behandeln und niemandem Schaden zuzufügen. Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) sagte: „Ein Muslim ist jemand, vor dessen Hand (Handlung) und Zunge (Worten) sich die anderen Muslime nicht zu fürchten brauchen.“ (Buchârî Îmân, 3 und 4; Muslim, Îmân, 64 bis 66)
Es ist ein Gebot Allahs, unseren Ehepartner, den wir lieben und achten, unseren Kinder, Eltern und Verwandten und Nachbarn stets Gutes widerfahren zu lassen. Im Koran heißt es dazu: „…Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen, den Reisenden und zu denen, welche ihr von Rechts wegen besitzt…“ [4:36] So wie unsere Familien, die uns Rückhalt in dieser Welt geben, so zählen auch unsere Verwandten und Nachbarn zu unserer unmittelbaren sozialen Umgebung. Aus diesem Grund gebietet uns unsere Religion (Dîn) ein gutes Verhältnis zu unserer Umgebung aufzubauen, ohne dabei nach Religion oder anderen Kriterien zu unterscheiden.
Verehrte Geschwister,
Amr bin As ließ einmal ein Schaf schlachten und fragte, nachdem er nach Hause gekommen war: „Habt ihr auch unseren jüdischen Nachbarn von dem Fleisch gegeben?“ Ein anderes Mal sagte der Prophet: „Dschibrîl (Gabriel) hat die Nachbarn so oft betont, dass ich dachte, sie würden auch zu den Erben gezählt werden.“ (Abû Dâwûd) Auch die folgenden Worte unseres Propheten sind wegweisend und rufen die Muslime dazu auf, das Recht nicht zu verletzen: „Niemand kann ein wahrer Gläubiger sein, wenn sich sein Nachbar nicht sicher vor ihm fühlt.“ (Buchârî, Adab, 29; Muslim, Îmân, 73) „Es ist grundlegend, das ein Gläubiger das, was er für sich wünscht, auch für seine Nachbarn wünscht und dass er das, was er sich nicht wünscht, auch nicht seinen Nachbarn wünscht.“ (Buchârî, Îmân, 5) Einem seiner Gefährten (Sahâba), der fragte, welche Plichten er gegenüber seinem Nachbarn habe, antwortete der Prophet: „Wenn er erkrankt, besuchst du ihn. Wenn er stirbt, beerdigst du ihn. Wenn er dich um Geld bittet, leihst du es ihm. Wenn er in Not ist, hilfst du ihm und wenn ihm etwas Schlimmes widerfährt, tröstest du ihn…“ (Y. Kandehlevi, Hajâtus Sahâbe, Bd. III, S. 1068) „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Nachbarn Gutes tun. Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast bewirten. Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll gute Worte sprechen, oder schweigen.“ (Buchârî, Adab, 31; Muslim, Îmân, 74) Außerdem empfahl unser Prophet Muhammad (saw) seinem Gefährten Abû Zar auch seinen Nachbarn zu bedenken, wenn er Essen zubereitet und sagte ein anderes Mal: „Wer satt ist, während sein Nachbar hungert, ist keiner von uns.“ (Muslim, Îmân, 74)
Verehrte Muslime,
aus alldem kann gefolgert werden, dass jeder Muslim die Aufgabe hat, eine gute Beziehung mit seinen Mitmenschen zu pflegen. Ob Muslim oder nicht, die Nachbarn müssen in gegenseitigem Vertrauen leben können. Es ist auf keinen Fall legitim, einen anderen Menschen aufgrund seiner Religion oder Herkunft zu verschmähen und ihm seine Rechte vorzuenthalten.
Freitag 15. Februar 2008
Hutba – Recht und Gerechtigkeit im Islam

„Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige...“
Verehrte Muslime,
Islam heißt Frieden und Eintracht und bedeutet, den Geboten Allahs und seines Gesandten zu folgen, auf einem sicheren Weg die Errettung zu erlangen, jedem Menschen und sogar den anderen Lebewesen Sicherheit zu geben und niemandem ein Leid zuzufügen. Die Grundlagen des Islams basieren auf der Botschaft Allahs, die uns sein Gesandter Muhammad (saw) mitgeteilt und vorgelebt hat. Jeder, der diese Botschaft akzeptiert und danach lebt, ist ein Muslim.
Das Wort „Hak“, dass viele Bedeutungen beinhaltet, heißt soviel wie das Wahre, das Rechte und die Gerechtigkeit. Außerdem wird mit Hak, dem Gegenteil von Unrecht, auch das Verfügungsrecht eines Menschen über seinen Besitz ausgedrückt. Ebenso wird das Recht, sich um sein Recht einzusetzen, von erlaubten Dingen zu profitieren, um seine materiellen und geistigen Bedürfnisse zu decken, als „Hak“ bezeichnet. Gerechtigkeit ist, ausgewogen und recht zu handeln, das Recht zu wahren und jedem das ihm Zustehende zu geben. Das Gegenteil von Gerechtigkeit ist Ungerechtigkeit und bedeutet die Missachtung des Rechtes.
Verehrte Geschwister,
Recht und Gerechtigkeit sind verwandte Begriffe und stellen die Grundlagen unserer Religion dar. Aus diesem Grund wird sowohl im Koran als auch in der Sunna dazu aufgerufen, das Recht und die Gerechtigkeit, manchmal durch ein Gebot und manchmal in der Form einer Warnung vor den Konsequenzen, zu wahren. Als Beispiele für die Gebote und Warnungen können folgende Verse herangezogen werden: „Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige...“ [16:90] „Siehe, Allah gebietet euch die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr unter den Leute richtet, nach Gerechtigkeit zu richten.“ [4:58] „Und wie viele sündige Städte vertilgten Wir! Jetzt liegen sie auf ihren Fundamenten in Trümmern da! Wie viele Brunnen sind verlassen und wie viele stattliche Schlösser!“ [22:45] „Und wie viele Städte, die sündig waren, zerstörten Wir von Grund aus und beriefen nach ihnen ein anderes Volk!“ [21:11] „Und neigt euch nicht denen zu, die Unrecht begehen, sonst erfasst euch das Feuer.“ [11:113]
Im letztgenannten Vers wird darauf hingewiesen, wie gefährlich es ist, nicht nur auf der Seite der Seite der Ungerechten zu sein, sondern sich auch nur zu ihnen hingezogen zu fühlen oder ihre Taten gutzuheißen. Unser Prophet indes hat nicht nur darauf bestanden, das Recht der Muslime zu wahren. Vielmehr hat er geboten, auch das Recht andersgläubiger Menschen zu achten. Denn ihr Recht steht auf derselben Stufe wie das eines Muslims. Vor diesem Hintergrund ist die klare Aussage des Propheten in folgender Überlieferung zu verstehen: „Ich bin der Feind desjenigen, der einem Zimmî (Schutzbefohlener in einem muslimischen Staat) Unrecht widerfahren lässt. Im Jenseits werde ich denjenigen am Kragen packen, dessen Feind ich bin.“ (Kaschful Chafâ, Bd. II, S. 218, Hadîth Nr. 2341)
Verehrte Geschwister,
laut unserer Religion wird jeder Mensch in Freiheit geboren und hat dieselben Rechte und denselben Wert wie die anderen Menschen. Die Meinungs- und Gewissensfreiheit ist eines der unverzichtbaren Rechte der Menschheit. Im Islam darf keine Beurteilung aufgrund der Rasse, des Geschlechts, der Hautfarbe, der Sprache oder Religion vorgenommen werden. Jedem stehen die Rechte und Möglichkeiten zu, um all seine materiellen und geistigen Bedürfnisse befriedigen zu können. Dies gilt für alle Rechte sowohl heute als auch in der Zukunft. Die Muslime haben, insbesondere wenn sie die Machthaber waren, gemäß diesen zwei Prinzipien gehandelt und somit ein gutes Vorbild für die Menschheit. Sogar Kritiker des Islams geben zu, dass unser Prophet sich haargenau an den Vertrag gehalten hat, den er mit Menschen verschiedenen Glaubens und anderer Herkunft in Medina abgeschlossen hatte. Egal welcher Religion, Rasse und sozialen Schicht er angehörte, der Prophet hat jedem sein Recht gegeben und aus Medina eine Stadt des Friedens geformt. Mit den Worten „O Ihr Menschen! Euer Herr ist derselbe. Ihr alle stammt von Âdam ab und Âdam war aus Erde.“ (aus der Abschiedspredigt) hat er auf ein Problem verwiesen, mit dem wir auch heute noch zu kämpfen haben.
In einer Zeit, vor etwa vierzehn Jahrhunderten, als Menschenrechte größtenteils noch unbekannt waren, hat der Islam in aller Deutlichkeit klargestellt, dass niemand zu Unrecht bestraft oder sogar gefoltert werden darf, dass jeder Mensch Würde besitzt und alle Rechte gleich viel wert sind, dass die Macht dem Recht untergeordnet sein muss und niemals das Recht der Macht ausgeliefert werden darf. Der Islam gebietet, jedem sein Recht einzuräumen. Die Muslime, die sich dieser Tatsachen bewusst sind, akzeptieren nicht, dass ihnen ihre Rechte in der Gegenwart nicht zugestanden werden. Mit einem klaren Verstand muss nochmal darüber nachgedacht werden, inwieweit es mit den Menschenrechten vereinbar ist, dass in Europa, der sogenannten Wiege der Menschenrechte, unter dem Mantel der Meinungsfreiheit von Zeit zu Zeit das Leben, das Eigentum oder die Religion der Muslime angegriffen wird. Jedem Menschen steht es zu in Frieden zu leben. Dies ist aber nur möglich, wenn Recht und Gerechtigkeit herrscht.
Freitag 08. Februar 2008
Hutba – Der Glaube ans Jenseits

„Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“
Verehrte Muslime,
das wichtigste Gebot nach dem Glauben (Îmân) an Allah ist der Glaube an das Jenseits (Âchira). Der Glaube an das Jenseits, also an ein unendliches und vollkommenes Leben nach dem Tod, ist eines der wichtigsten Faktoren, die uns im Diesseits dazu verleiten Gutes zu tun.
Wir glauben, dass der Tod das Ende des vergänglichen irdischen Lebens und gleichzeitig der Beginn des unendlichen Lebens im Jenseits ist. Deshalb beginnt das wahre Leben erst nach dem Tod. Die Welt ist nur ein Ort, an dem wir uns auf dieses Leben vorbereiten müssen.
Verehrte Geschwister,
ein Gläubiger (Mu'min), der fest an das jenseitige Leben glaubt, hat auch keinen Zweifel daran, dass er an jenem Tag für all seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird: „Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“ (Sure Zilzâl, [99:7][99:8]) Demnach ist sich ein gläubiger Mensch im bewusst, dass er vor Allah für seine Taten zur Verantwortung gezogen und für jede gute Tat belohnt sowie für jede schlechte Tat bestraft werden wird. Ein Gläubiger mit diesem Bewusstsein handelt aus diesem Grund gerecht, pflegt nur gute Absichten und all seine Handlungen sind überlegt und ausgewogen. Er sieht sich in der Verantwortung, sein Leben nach den Geboten Allahs auszurichten.
Verehrte Muslime,
ein Mensch, der an das Jenseits glaubt, lügt nicht und wird sich nicht am Leben, am Besitz oder der Ehre eines anderen vergreifen. Weder wird er jemanden schlecht reden, noch sucht er die Fehler anderer oder verrät ihre Geheimnisse. Auch wird er sich hüten etwas zu tun, was die Eintracht der Menschen zerstören könnte. Jemand, der an das Jenseits glaubt, ist geduldig und setzt sich für das Rechte ein. Er hält sich von Ungerechtigkeiten fern, versucht stets das Gute zu fördern und ist bescheiden und tolerant. Er richtet sein Leben nach den Geboten Allahs und seines Gesandten aus. Kurz: Er versucht ein vorbildlicher Mensch zu sein.
Verehrte Geschwister,
da wir alle eines Tages sterben werden, sollten wir uns selbst zur Rechenschaft ziehen, bevor wir im Jenseits unsere Handlungen verantworten müssen. Wir sollten unsere Fehler verbessern und unser Leben so führen, wie es der Glaube an das Jenseits erfordert. Unser Bemühen sollte darauf ausgerichtet sein, als gehorsamer Diener vor Allah treten zu können. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Welt der Acker des Jenseits ist. Das, was wir hier säen, werden wir im Jenseits ernten. Mit folgendem Vers möchten wir die Hutba beenden: „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah! Und eine jede Seele habe auf das acht, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah! Allah weiß sehr wohl, was ihr tut.“ (Sure Haschr, [59:18])
Freitag 01. Februar 2008
Hutba – Ein Muslim stellt sich gegen den Ungerechten

Es ist uns ein Gebot, auf der Seite der Menschen zu sein, denen Ungerechtigkeit widerfährt, egal welcher Religion sie angehören und ungeachtet ihrer Herkunft.
Verehrte Muslime,
die Ungerechtigkeit und Unterdrückung, die die Menschheit erleidet, kommt von niemandem als ihr selbst. Das Verbrechen begann mit dem Mord des Sohnes Âdams (as) Kâbil an seinem Bruder Hâbil, dessen Worte im Koran wie folgt festgehalten wurden: „Er sprach: „Wahrlich, ich schlage dich tot!“ (Sure Mâida, [5:27]) Obwohl nach jeder schmerzlichen Erfahrung keine Wiederholung dieses Leides gewünscht wird, kommt es aufgrund der Schwäche des Menschen leider immer wieder zu leidvollen Erlebnissen. Die größten dieser Verbrechen sind Massenmorde, die bis hin zur völligen Ausrottung ganzer Völker geführt haben. Eines der schlimmsten Genozide ist gemäß dem Koran der Mord, die der Pharao an den Söhnen Israels begangen hat. Der Pharao ließ alle männlichen Neugeborenen sofort töten; nur die Mädchen wurden am Leben gelassen. Im Koran heißt es dazu: „Und als Moses zu seinem Volke sprach: »Gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, als Er euch vor dem Volke Pharaos rettete, das euch mit schlimmer Plage heimsuchte und eure Söhne abschlachtete und (nur) eure Töchter leben ließ. Darin lag eine gewaltige Prüfung eures Herrn.“ (Sure Ibrâhîm, [14:6])
Verehrte Geschwister,
manchmal werden diese Genozide auch durch Embargos unterstützt, durch die viele Menschen umkommen, während andere Tag für Tag mit dem Tod leben. So geschah es auch als der dem Pharao gleichgesinnte Abû Dschahl den Gesandten Gottes Muhammad (saw) und seine Anhänger im Viertel von Abû Tâlib festhielten und jeden, der dieses Gebiet verließ als Sklaven behandelten und folterten. Die Muslime durften das Viertel nur während der Hadsch verlassen. Aber auch während dieser Zeit gaben die Mekkaner keine Ruhe. Sie bedrohten die Händler, die es wagten den Muslimen etwas zu verkaufen und als auch dies nicht half, verkauften sie ihre Lebensmittel zu sehr hohen Preisen an die Muslime. So wurde das Viertel Abû Tâlibs zu einem Armenviertel, in dem das Weinen der Kinder nicht mehr aufhörte. Die Mekkaner, die den Muslimen aus Barmherzigkeiten etwas zu Essen gaben, wurden von den Stammesangehörigen bestraft. Unser Prophet sowie seine Gattin Chadîdscha (ra) und Abû Bakr (ra) gaben ihren gesamten Besitz für die Muslime aus. Als diese tapferen Muslime gar keine Möglichkeit mehr hatten, waren sie gezwungen, sich von Gras und Blätter zu ernähren und sich Steine um den Leib zu binden. Letztlich wurde dieses Embargo nach drei Jahren von einigen barmherzigen Mekkanern beendet.
Verehrte Muslime,
im vergangenen 20. Jahrhundert wurden zwei Weltkriege geführt, bei denen – ohne Übertreibung – hunderte Millionen Menschen das Leben verloren. Die kriegsführenden Länder wurden völlig zerstört und die Überlebenden hatten noch Jahrzente mit den Folgen des Krieges zu kämpfen. Vor allem der zweite Weltkrieg, bei dem Atombomben zum Einsatz kamen und der Nationalismus wütete, die Kriege auf dem Balkan in den 90er Jahren und die durch Embargos gestützten Kriege in Afrika, in Palästina und im Irak zeigen das die Menschheit nicht aus der Vergangenheit gelernt hat. Dabei wird im Koran von den Söhnen Israels, die unter der Unterdrückung des Pharaos leiden, geboten, daraus eine Lehre zu ziehen: „Und gedenkt, dass Wir euch vor dem Volke Pharaos retteten, das euch mit schlimmer Pein heimsuchte. Sie erschlugen eure Knaben und ließen nur eure Mädchen am Leben: Dies war eine große Prüfung von eurem Herrn.“ (Sure Bakara, [2:49]) Umso verwunderlicher ist das Vorgehen der Söhne Israels im Gazastreifen, an denen ein großes Verbrechen begangen wurde, indem unter anderem in den Lager in Auschwitz Millionen Menschen vergast wurden und sie viele schmerzliche Erfahrungen erlebt haben. Als Muslime, die den Weltfrieden wünschen, können wir nicht dulden, dass fundamentale Rechte des Menschen missachtet werden. Es ist uns ein Gebot, auf der Seite der Menschen zu sein, denen Ungerechtigkeit widerfährt, egal welcher Religion sie angehören und ungeachtet ihrer Herkunft. Leider muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es heute immer die Muslime sind, die ungerecht behandelt, unterdrückt und ausgebeutet werden. Wir richten uns an die Muslime und alle anderen gewissenhaften Menschen und rufen dazu auf, all unsere Möglichkeiten auszuschöpfen, um der Ungerechtigkeit, den Embargos und den Massenmorden im Irak, in Palästina, Afghanistan, Darfur, Kenia und allen anderen Ländern, in denen die Rechte der Menschen missachtet werden, ein End zu bereiten. Aus diesem Grund sollten wir uns auch an den Hilfsaktionen für die unschuldigen Menschen im Gazastreifen beteiligen und für sie beten. Wir möchten unsere Hutba mit einem Vers des Korans und einem Hadîth beenden: „Siehe, diejenigen, welche glaubten und ausgewandert sind und sich mit Gut und Blut auf Allahs Weg einsetzten und (dem Propheten) Herberge und Hilfe gewährten, sollen einer des anderen Freund sein.“ (Sure Anfâl, [8:72]) „Die Verbundenheit eines Gläubigen zu einem anderen Gläubigen, ist wie ein Haus, dessen einzelne Teile sich vervollständigen.“ (Buchârî, Muslim, Tirmizî, Nasâî)