Mittwoch 24. Februar 2010
Europa wählt schönstes Minarett

Gemeinsam haben die Organisationen IMCOSE und COJEP mit Unterstützung des Europarats und der OIC einen Fotowettbewerb für das schönste Minarett in Europa gestartet.

"Es ist bedauerlich, dass in letzter Zeit einige populistische Politiker und ein Teil der Medien das Minarett zu einem Problem machen und damit die Grundrechte beschneiden. Dies hat zu Angriffen auf ethnische und religiöse Minderheiten geführt und das Verbrechen aus Hass gegen Muslime in Europa geführt. Es ist daher wichtig, dass der Universaldienst und die friedliche Präsenz des Islam sichtbar werden und seine Anhänger in der Lage sind, ihre Religion zu praktizieren", hieß es in einer Stellungnahme der Organisation COJEP. Dieser Fotowettbewerb solle die falschen Ängste und Vorurteile in den europäischen Gesellschaften nehmen, hieß es weiter.

Teilnahmefrist endet am 15.April 2010

Teilnehmen können alle Moscheevorstände, die qualitative Fotografien von ihren Minaretten und Informationen über die Minarette bis spätestens dem 15.April 2010 an die Zuständigen zusenden.

Überprüft werden die eingegangenen Wettbewerbsmaterialien von einer multinationalen Jury bis zum 19.April 2010 in Straßburg.

Die Fotografien von den Gewinnern werden auf einer Pressekonferenz vor dem Europäischen Parlament am 20. April 2010 vorgestellt. Die schönsten Minarette Europas werden ein Jahr lang in einer Ausstellung zu besichtigen sein. (ab)

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Dienstag 23. Februar 2010
Frankreich: Angriffe auf Moscheen häufen sich

Am vergangenen Wochenende wurde erneut eine Moschee in Frankreich geschändet. Damit wurden seit Anfang dieses Jahres sechsmal rassistische Angriffe auf französische Moscheen verübt, sagte der Vorsitzende der Dachorganisation "French Council of the Muslim Faith", Mohammed Mousawi und kritisierte die Angriffe scharf.

Nach der Schändung einer Moschee im südöstlichen Sorgues in Frankreich machte Mousawi darauf aufmerksam, dass sich die Angriffe auf Moscheen häuften und forderte von Sicherheitsbehörden, die Ursachen und Täter zu finden. Von den Tätern der letzten Moscheeschändung fehle jegliche Spur.

"Diese hinterhältigen und rassistischen Angriffe sind eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben", sagten Vertreter muslimischer Organisationen.

Muslime seien berechtigt, eine Aufklärung dieser Taten zu verlangen, sagte der Vorsitzende der Dachorganisation "French Council of the Muslim Faith", zu der verschiedene muslimische Organisationen angehören. Appelle an das französische Parlament, die Islamfeindlichkeit in Frankreich eingehend zu untersuchen, sei bislang ignoriert worden.

Knapp einen Monat vorher, am 31. Januar wurde erneut eine Moschee in Crépy-en-Valois geschändet. Islamfeindliche Slogans wie " Islam raus aus Europa", "Frankreich den Franzosen" verschandelten die Eingangshalle und die Außenfassade der Moschee.

Ähnliches ereignete sich Anfang Februar: so beschmierten rassistische Täter eine Moschee in Saint-Etienne mit Hakenkreuzen und islamfeindlichen Sprüchen. (ab)

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Mittwoch 17. Februar 2010
Afghanistan: Erneut wurden Zivilisten getötet

Wieder einmal sind bei den Nato-Militäroffensiven in Afghanistan Zivilisten ums Leben gekommen. In der Provinz Helmand wurden drei Afghanen als mutmaßliche Aufständische getötet. Fünf weitere Zivilisten starben in Kandahar.

Angeblich hätten die drei in Helmand getöteten afghanischen Zivilisten Warnungen ignoriert, den Nato-Stellungen fernzubleiben. Bei einem weiteren Nato-Luftangriff in der Provinz Kandahar auf mutmaßliche Aufständische seien fünf Zivilisten ums Leben gekommen, teilte die Nato am Montag mit. Zwei weitere seien verletzt worden.

Die Offensive konzentriert sich auf Helmand, die am härtesten umkämpften Provinz in Afghanistan. Afghanischen Regierungskreisen zufolge wurden in den ersten zwei Tagen der Offensive 35 Taliban-Kämpfer getötet.

Der afghanische Innenminister Mohammad Hanif Atmar teilte mit, dass die Regierung einen Radiosender im Kampfgebiet installieren werde, um Zivilisten besser zu informieren.

Der amerikanische Brigadegeneral Lawrence (Larry) Nicholson sagte unterdessen, die Militäroperation in Mardscha könne möglicherweise noch 30 Tage dauern. Er sei „sehr optimistisch“, auch wenn es eine lange und mühsame Aufgabe sei. Die Aufständischen hätten mehr Sprengfallen installiert, als die Militärs erwartet hätten.

Zunächst hatten Militärs gesagt, die Taliban leisteten nur sporadischen Widerstand. Nach Angaben des amerikanischen Fernsehsenders CNN gehen die Truppen davon aus, dass sich noch hunderte Taliban-Kämpfer im Kampfgebiet verschanzt haben. (ab)

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Dienstag 16. Februar 2010
Frankreich: Wenig Reue für Atomtestopfer in Algerien

Fünfzig Jahren nach dem ersten französischen Atomwaffentest in Algerien erklärte Frankreich, mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf für die Entschädigung der Opfer aufzukommen. Zu gering sei die bereitgestellte Summe und die Entschädigung käme zu spät, finden die Opferverbände.

„Es ist schwierig, die genaue Anzahl der Opfer zu schätzen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung vom 13. Februar 1960, Abderahman Leksassi. „Die gesamte Region war der Strahlung ausgesetzt, und die Strahlung dauert an“, stellte Leksassi fest und kritisierte die Entschädigung der Opfer. Sie sei ungenügend: „Mit ein paar Groschen lässt sich kein Problem lösen, das mehrere Generationen betrifft.“

Auf der anderen Seite sagte der algerische Opferverband AAVEN, dass Frankreich die betroffenen Gebiete nie „ernsthaft dekontaminiert“ habe und dass die Strahlung an manchen Orten heute noch „22 Mal höher als die internationalen Normen“ sei. Die Bevölkerung leide bis heute daran, viele Kinder kämen mit Missbildungen zur Welt, viele Menschen hätten Krebs. Die Nomaden seien sich der Gefahr nicht bewusst gewesen und hätten in der Wüste „alles aufgesammelt, was sie brauchen konnten“, sagte Mohammed Bendschebbar von der Vereinigung AAVEN.

Vor einem halben Jahrhundert führte Frankreich die Operation „Blaue Wüstenspringmaus" durch und testete die erste Atomrakete in der algerischen Wüste, rund 1700 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier. Wie hoch die radioaktiven Rückstände in breitem Umkreis sind, ist heute noch schwer festzustellen. (ab)

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Mittwoch 10. Februar 2010
Frankreichs Nationalitätsdebatte endet als Farce

Nachdem die von Staatspräsident Nicolas Sarkozy angestoßene Debatte um die französisch-nationale Identität zu rechtsextremistischen Parolen mutierte, erklärte die konservative Regierung die misslungene Debatte für beendet. Getroffen hat diese Debatte insbesondere die etwa fünf bis sechs Millionen in Frankreich lebenden Muslime.

Ein Kolloquium mit dem Staatspräsident Sarkozy hätte der krönende Abschluss zu der Nationaldebatte sein sollen. Doch es endete kleinlaut mit einem Regierungsseminar und einigen symbolischen Vorschlägen zur Erhaltung von „nationaler Identität“.

Die Vorschläge konzentrierten sich besonders auf die Schulen. So soll jeder Schüler mindestens einmal im Jahr die Nationalhymne singen, die Marseillaise, und in jedem Klassenzimmer die Landesflagge aufgehängt werden.

Die landesweit 350 von den Präfekten zu dem Thema organisierten Debatten und die 55.000 Beiträge auf der dafür eingerichteten Internetseite hatten die Diskussion wenig vorangebracht.

Gennützt hat es dennoch zu etwas: Die Debatte hat nämlich zu einer weiteren Stigmatisierung von Ausländern und vor allem der schätzungsweise fünf bis sechs Millionen in Frankreich lebenden Muslime geführt. Selbst Einwanderungsminister Eric Besson, der die Debatte leitete, musste kürzlich eingestehen, dass sie nicht sehr konstruktiv war.

Angestoßen wurde die Debatte um die nationale Identität von Sarkozy persönlich, der scheinbar bei seinen Wählern damit punkten wollte. Kritisiert wurde das Regierungsseminar insbesondere von der sozialistischen Opposition. Sie verurteilte dies als Versuch, von den wahren Problemen der Franzosen wie der Arbeitslosigkeit, dem Renten- und dem Gesundheitssystem abzulenken. „Wie zufällig hat man die Ankündigung von Streichungen im öffentlichen Dienst und Entscheidungen über die Renten auf die Zeit nach den Regionalwahlen verschoben“, kritisierte Sozialisten-Sprecher Benoît Hamon. (ab)

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Dienstag 09. Februar 2010
Großbritannien kündigt strengere Visaregelungen für ausländische Studenten an

Großbritannien will ausländischen Studenten die Visa-Bedingungen erschweren. Es soll dadurch vermieden werden, dass das Studenten-Visum durch illegale Beschäftigung missbraucht wird.

Es sollen von den ausländischen Studenten unter anderem bessere Sprachkenntnisse verlangt und die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten gekürzt werden, teilte das britische Innenministerium am Samstag mit.

„Jene ausländische Studenten, die ernsthaft hier studieren wollen, sind uns nach wir vor willkommen", erklärte Innenminister Alan Johnson. Die neuen Visa-Bedingungen richteten sich gegen jene, die vor allem wegen Arbeit nach Großbritannien kämen. Unter anderem soll die Zahl der wöchentlich erlaubten Arbeitsstunden halbiert werden. Studenten dürfen vor dem ersten Abschluss künftig nur noch zehn Stunden arbeiten statt wie bisher 20 in der Woche, begleitenden Angehörigen wird die Arbeitsaufnahme gänzlich untersagt. Zu Kursen, die weniger als sechs Monate dauern, dürfen künftig keine Angehörigen mehr einreisen.

Insbesondere trifft es die Studenten aus den Ländern Nepal, Nordindien und Bangladesch. Seit letzter Woche nimmt Großbritannien keinen Visaantrag von Studenten aus diesen Ländern an, die Zahl der Anträge sei einfach zu groß. Im vergangenen Jahr nahmen Schätzungen zufolge 280.000 junge Menschen aus dem Ausland ein Studium in Großbritannien auf. Die neuen Bestimmungen sollen in den kommenden Wochen in Kraft treten.

30 Prozent der ausländischen Studierenden, die mit einem Studentenvisum ins Großbritannien eingereist sind, belegen hauptsächlich kurzzeitige Kurse anstatt länger dauernde Studienkurse mit anschließendem Hochschulabschluss, sagte Johnson. (ab)

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Mittwoch 03. Februar 2010
OIC will gegen den Siedlungsbau im arabischen Teil Jerusalems vorgehen

Seit längerem kritisiert die Konferenz der Islamischen Organisation (OIC) die umstrittene Siedlungspolitik Israelis. Nun wollen die Parlamentarier der OIC-Mitgliedsländer konkrete Schritte gegen den Siedlungsbau im arabischen Teil von Jerusalem einleiten, berichtete die saudi-arabische Zeitung „Al-Hayat“.

Unter der Schirmherrschaft von OIC-Generalsekretär, Ekmeleddin Ihsanoglu, treffen sich die Parlamentarier der OIC-Mitgliedsländer dieses Wochenende in Uganda, um sich mit dem Problem der demografischen Änderungen in Jerusalem zu befassen. Laut Nachrichten wird auch der Generalsekretär der Arabischen Liga (LAS), Amr Moussa, an dem Treffen teilnehmen.

Seit jeher weigert sich Israel, das Moratorium von November 2009, welches für den Bau von Häusern für jüdische Umsiedler gilt, auch auf Ostjerusalem zu erweitern. Die demografischen Änderungen in Jerusalem sind in den letzten Jahren zu einem besonderen Problem geworden.

Anfang des Jahres hatte ein Ausschuss des Stadtrats von Jerusalem Pläne gebilligt, vier neue Apartmenthäuser im arabischen Ostteil der Stadt zu bauen.

Schätzungsweise leben derzeit in Ostjerusalem rund 200 000 Israelis und 270 000 Palästinenser. (ab)

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Dienstag 02. Februar 2010
Ausstellung: "1001 Erfindungen der islamischen Welt" in London

Unter dem Namen "1001 Erfindungen - Entdecke das muslimische Erbe unserer Welt" findet im Londoner Science Museum auf Initiative der Stiftung für Wissenschaft, Technologie und Kultur eine Ausstellung statt.

Jedes Jahr finden im Rahmen einer Aufklärungskampagne über islamische
Wissenschaften Ausstellungen dieser Art statt. Dieses Jahr werden Erfindungen islamischer Wissenschaftler unter dem Namen "1001 Erfindungen - Entdecke das muslimische Erbe unserer Welt" im Londoner Wissenschaftsmuseum statt.

In der Ausstellung werden bis April zahlreiche interessante Exponate aus den Bereichen Astronomie, Ingenieurwesen, Medizin, Sehtechnik, Wassersysteme, Mathematik, Fliegen, Kunst und Architektur zu besichtigen sein. Sie stammen aus der Zeit des
Mittelalters, das in der islamischen Welt ein goldenes Zeitalter der Wissenschaften war.

Zu den besonderen Exponaten der Ausstellung zählen neben einem Schwert aus
dem 18. Jahrhundert die berühmte "Elefanten-Uhr" aus der Zeit des Osmanischen Reiches. Neben diesen werden zudem medizinische Instrumente wie Messer und Schere ausgestellt.

Ein Prachtstück ist jedoch die "Gießkanne aus Glas". Sie zählt zu den ältesten Stücken des Zeitraums 10. bis 12. Jahrhundert, welche unversehrt unsere Zeit erreicht haben. Es wird vermutet, dass sie in der Parfumherstellung benutz wurde.

"Mit dieser Ausstellung möchten wir den Interessenten zeigen, dass die Erfindungen der islamischen Wissenschaftler aus dem Mittelalter noch heute
von großer Bedeutung sind. Viele Erfindungen erleichtern noch heute unser tägliches Leben und inspirieren zu neuen Erfindungen", sagte Prof. Dr. Salim
El-Hassani, Mitorganisator der Ausstellung. "Wenn Sie sich anderen Kulturen verschließen, laufen Sie Gefahr, dass Sie sich anderen gegenüber überlegen
fühlen", sagte El-Hassani weiter.

Die Ausstellung wird seit dem ersten Tag mit regem Interesse besucht und ist noch bis zum 25.April geöffnet, wird jedoch vom 25. Februar bis 12. März für Besucher geschlossen. Vergangenes Jahr fand die Ausstellung im Parlamentsgebäude und 2008 in Manchester statt. (ab)

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