01.01.2007 Nachrichten>Deutschland
Experten bemängeln Integrationskurse
Nur 40 Prozent der Teilnehmer an Integrationskursen absolvieren die Abschlussprüfung

Laut einem vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Gutachten für das erste Halbjahr 2006 absolvieren nur 40 Prozent der Teilnehmer an Integrationskursen die Abschlussprfung. Die Gutachter der Ramboll-Managementberatung empfehlen deshalb die Einführung von verpflichtenden Abschlusstests für die Integrationskurse sowie andere grundlegende Verbesserungen, wie zum Beispiel Erfolgskontrollen. Die Gutachter kritisierten unter anderem, dass die Teilnehmer trotz Einstufungstests zu Beginn der Kurse keinem Kurs zugeordnet würden, der ihrem Sprachniveau entspreche. Zudem reichten die im Zuwanderungsgesetz festgelegten 600 Stunden Sprachkurs für Analphabeten nicht aus. Deshalb forderten die Gutachter langsame Kurse mit 900 Stunden. Teilnehmer mit guten Voraussetzungen bruchten dagegen weniger als 600 Stunden.

Das Gutachten soll eine Grundlage für den Erfahrungsbericht geben, den die Bundesregierung nach dem Zuwanderungsgesetz bis zum 1. Juli 2007 dem Bundestag vorzulegen hat.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), sagte, dass die Qualitt der Kurse verbessert werden müssten. Wir müssen bei der Integration einen deutlichen Schwerpunkt auf die nachholende Integration legen. Damit meine ich, dass in der Vergangenheit viel zu wenig getan wurde, um etwa türkische Frauen gesellschaftlich und beruflich einzubinden. Viele leben seit zehn oder fünfzehn Jahren in einer eigenen Welt, ohne Deutsch zu lernen, sagte sie. Die Kurse müssten thematisch und organisatorisch speziell auf die Zielgruppe solcher Frauen zugeschnitten seien.

Böhmer kündigte zudem eine bundesweite Initiative für die Berufung von Bildungspaten an, mit der vor allem Kinder von Zuwanderern motiviert werden sollten. Wir wissen, dass fehlende Bildung das zentrale Hindernis für die Chancen auf eine Integration von Migrantenkindern ist. Ich möchte engagierte Bürger dafür gewinnen, dass sie sich persönlich um Bildung und Schulkarriere von jungen Migranten kümmern, sagte sie. (hv)


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