01.01.2007 Nachrichten>International
Saddam Hussein wurde hingerichtet
Der wegen eines 1982 verübten Massakers an 148 schiitischen Dorfbewohnern verurteilte Ex-Diktator Iraks wurde in Bagdad hingerichtet

Entgegen den ersten Vermutungen wurde laut den Berichten des arabischen Senders Al-Arabija zufolge der Bruder Saddam Husseins, Barsan Ibrahim Al-Tikriti und der Ex-Richter Awad al-Bandar zeitgleich mit dem Diktator Saddam Hussein hingerichtet. Muwaffak al-Rubai, der Sicherheitsberater der Regierung Iraks, berichtete, dass der Ex-Herrscher gefasst wirkte und keinen Widerstand leistete. Er lehnte es ab, dass sein Kopf bei der Hinrichtung bedeckt wurde. Unmittelbar vor der Hinrichtung seien ein Arzt und ein Geistlicher bei Saddam Hussein gewesen.

In dem Geburtsort Saddam Husseins ist wegen möglicher Anschläge nach der Vollstreckung der Exekution eine viertägige Ausgangssperre verhängt worden. Über die Beerdigung seines Leichnams herrscht noch Unklarheit.

Laut den Berichten eines hochrangigen Zuständigen aus dem US-Außenministerium zufolge wurde allen Konsulaten Anweisungen gegeben, Maßnahmen und Vorbereitungen zu treffen, um mögliche Attentate nach der Hinrichtung Saddams vorzubeugen.

Die plötzliche Hinrichtung Saddam Husseins wird von der internationalen Presse scharf kritisiert. Bis zuletzt haben noch verschiedene Länder und Regierungen versucht, die irakische Regierung von dieser Exekution abzuhalten. Doch der irakische Regierungspräsident Nuri al-Maliki erläuterte, dass die Verschiebung oder Änderung der Hinrichtung Saddam Husseins unmöglich sei.

Syed Hamid Albar, der Außenminister von Malaysia und zugleich derzeitiger Präsident von der Organisation der islamischen Konferenz, machte darauf aufmerksam, dass der Tod Saddam Husseins die Gewalt in Irak schüren würde und rief die irakische Regierung auf, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Bis zuletzt erinnerte Louise Arbour, die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen (UN) , an das Recht Saddam Husseins, sich laut den von Saddam ebenfalls unterschriebenen internationalen Abkommens bei den zuständigen Behörden eine Milderung seiner Strafe oder gar Freispruch zu verlangen. Wegen der Exekution Saddam Husseins wurde in Libyen eine dreitätige Trauer ausgerufen. Ferner sorgte der Tod Saddams für eine erneute Unruhe in Bagdad. Die Zahl der Toten nach den Attentaten stieg auf 77. (ab)


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