03.01.2007 Nachrichten>Deutschland
Vorsitzender des Vereins „Gesicht zeigen“ warnt vor Verharmlosung
der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland
Heye: „2006 war Rekordjahr rechtsextremistischer
Gewalt“
Der Vorsitzende des Vereins „Gesicht zeigen“, Uwe- Karsten Heye, hat vor einer Verharmlosung der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland gewarnt. Heye sagte, das Jahr 2006 sei nach Angaben des Bundeskriminalamts ein Rekordjahr rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten gewesen. Die registrierten rechtsextremen Delikte hätten sich während der Fußball-WM gehäuft.
„Wir haben da offenbar nicht hingesehen. Wir haben jedenfalls keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen, alles ist in Ordnung“, sagte Heye. Außerdem sagte er, dass er seine Äußerung kurz vor der WM, Dunkelhäutige sollten bestimmte Gegenden in Brandenburg meiden, da sie diese eventuell nicht lebend verlassen würden, nicht bereue.
Diese Aussage sei das Ergebnis seiner sechsjährigen Arbeit mit dem Verein „Gesicht zeigen“, der sich gegen Fremdenfeindlichkeit engagiere, erklärte der Vorsitzende.
Heye sagte, dass unter anderem die Ost-West-Wanderung eine Ursache für die wachsende Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland sei.
„Die, die zurück bleiben, haben das Gefühl, als Verlierer abgestempelt zu sein. Es entsteht ein Gefühl des Verlassenseins, das auch zu Kurzschlüssen und falschen Reaktionen führt“, sagte er.
Um dem Rechtsradikalismus entgegenzuwirken, forderte Heye mehr Bildung für Jugendliche in Ostdeutschland. „Bildung und Ausbildung ist notwendig, um zu verhindern, dass immer mehr Jugendliche abgleiten in einen Bereich, der sie in ideologische Ecken herein bringt, die schrecklich und unmenschlich sind oder in kriminelle Karrieren“, sagte Heye.
Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Petra Pau, erklärte: „Allein die registrierten Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund lagen im ablaufenden Jahr 50 Prozent höher als 2004, also vor zwei Jahren.“ Pau kritisierte, für eine realistische Analyse fehle Deutschland eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus nach EU-Vorbild (hv)