05.01.2007 Nachrichten>Deutschland
Viele ausländische Schulabgänger suchen als Ungelernter einen Arbeitsplatz
Im Jahr 2005 konnte nur jeder dritte ausländische
Schulabgänger, der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet
war, vermittelt werden
Laut eine neuen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) ist die Situation für Hauptschüler auf dem Lehrstellenmarkt besonders schwierig. Das Institut stellte fest, dass nur gut jeder dritte bei den Arbeitsagenturen registrierte Bewerber mit Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz bekam. Am häufigsten wurden Bewerber mit Realschulabschluss (53 Prozent) vermittelt. Im Jahr 2005 gab es 740 500 Lehrstellenbewerber, die bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) registriert waren. 2006 stieg diese Zahl auf 763 000.
Im vergangenen Jahr wurden bis zum 30. September 576 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Jahr 2005 waren es 550 000 gewesen. Mit dem Anstieg der Bewerber erhöhte sich aber auch die Zahl derjenigen, die eine Alternative zur Berufsausbildung suchten oder fanden oder unbekannt verblieben waren“, heißt es in der IAB-Studie. So hätten sich Jugendliche mit Abitur häufig für ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium entschieden, während immer mehr vor allem ausländische Jungendliche, die nicht vermittelt wurden, als Ungelernter einen Arbeitsplatz suchten.
Der Studie zu Folge suchen ausländische und deutsche Schulabgänger im gleichen Ausmaß einen Ausbildungsplatz. Jedoch wurde 2005 nur jeder dritte ausländische Bewerber vermittelt. Jeder vierte, der keine Lehrstelle fand, suchte einen Job als Ungelernter. „Damit besteht zusätzlich die Gefahr, dass sich bei weiter gesunkenen Vermittlungsquoten bei jugendlichen Migranten die überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Ausländern verfestigt“, heißt es in der IAB-Studie.
In West-Deutschland suchten 52 Prozent der Schulabgänger
eine Ausbildungsstelle, im Osten 62 Prozent. Jeder sechste Bewerber in Ost-Deutschland
wurde für eine überbetriebliche Berufsausbildung, die von der BA gefördert
wird, vermittelt. In West-Deutschland wurde dagegen nur ein Prozent für
eine überbetriebliche Berufsausbildung vermittelt. Die IAB schlägt
vor, die Förderung auch auf die strukturschwachen Regionen des Westens
auszuweiten. (hv)