08.01.2007 Nachrichten>International
FBI schaut Misshandlungen in Guantánamo zu
Mitarbeiter der FBI haben im US-Gefangenenlager
Guantanamo Bay Häftlingsmisshandlungen dokumentiert
Nach
einem Bericht der amerikanischen Bundespolizei FBI, der auf Antrag der Amerikanischen
Union für Bürgerrechte (ACLU) im Internet veröffentlicht wurde,
haben FBI-Mitarbeiter im Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba mehrere
Fälle von Häftlingsmisshandlungen beobachtet. Darin heißt es,
dass „ Gefangene an Händen und Füßen gefesselt in Embryonalstellung
am Boden der Verhörräume über 18, 24 oder mehr Stunden ohne Nahrung
oder Wasser“ lagen. Viele von ihnen mussten dabei im eigenen Urin und
Kot liegen. Andere Gefangene seien in gekühlte oder brütend heiße
Räume eingesperrt worden. Die FBI-Mitarbeiter hätten zudem beobachtet,
wie „der Kopf eines vollbärtigen Häftlings mit Klebeband umwickelt“
wurde, damit er den Koran nicht rezitieren kann. Außerdem wurde beobachtet,
wie ein Häftling in eine israelische Flagge gehüllt und ein anderer
sexuell gedemütigt wurde. In anderen Fällen wurden die Gefangenen,
wie im irakischen Gefängnis Abu Ghraib, mit Schäferhunden eingeschüchtert.
Laut dem Bericht haben einige Militärbeamte und Mitarbeiter privater Wachdienste, die Verantwortlich für die Misshandlungen waren, den FBI-Beamten erklärt, dass die Misshandlungen von Vertretern des Verteidigungsministeriums und auch vom damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gebilligt worden seien. Präsident George W. Bush hatte im Oktober aggressive Verhörmethoden per Gesetz genehmigt, diese aber nicht näher definiert. (hv)