10.01.2007 Nachrichten>International
Italien will Kontrolle über „Islamisches Kapital“ für
Moscheebau erweitern
Die Vermehrung von Moscheen in Italien führte
dazu, dass die italienische Regierung den Geldtransfer aus dem Ausland für
den Bau von Moscheen mehr kontrollieren will
Italiens
Innenminister, Giuliano Amato, schlug ähnlich wie in Frankreich auch in
Italien eine Zentraleinrichtung vor, die das Geld aus dem Ausland, das für
den Bau von Moscheen geschickt wird, kontrolliert. Die Zentraleinrichtung soll
unter der italienischen Regierung arbeiten, die von der Kontrolle der finanziellen
Unterstützung aus dem Ausland an die muslimischen Organisationen in Italien
verantwortlich sein soll.
Innenminister Amato sagte diesbezüglich: „Es ist inakzeptabel, dass sich die Zahl der Moscheen in Italien durch Auslandkapital erhöht. Ich möchte wissen, wer in meinem Land was finanziert. Ich versuche genau wie in Frankreich diesbezüglich eine Zentraleinrichtung zu erstellen.“
Der Pressesprecher des Innenministeriums sagte überdies: „Die Idee ist die Transparenz von Organisationen. In Italien werden Moscheen von Ländern wie Saudi Arabien finanziert und von irgendwelchen Personen gegründet. Daher stellt sich die Frage, aus welchem Grund diese Moscheen gebaut werden? Sind sie Gebetsstätten oder Orte für Propaganda?“
Mario Scialoja, ehemaliger Präsident der Muslimischen Weltliga in Italien und Vorsitzender des Islamrates, befürwortete auch diese Initiative und sagte: „Eine Transparenz bei der Finanzierung von Moscheen ist sehr notwendig. Die Befürchtung ist dennoch unbegründet, dass es in Italien Moscheen für die Ausbildung von Terroristen gebe.“
Muslimische Führer in Italien geben zu, dass die Imame in den Moscheen meistens ungelernt sind. Die italienische Regierung sei zumeist ahnungslos, wer die Imame sind und was sie predigen. Muslimische Führer fordern daher die Regierung auf, sich mehr um die muslimische Gesellschaft in Italien zu kümmern. In den letzten zehn bis zwanzig Jahren sind Muslime hauptsächlich aus Marokko, Albanien und Tunesien nach Italien eingewandert, insgesamt sind es mittlerweile nahezu eine Million. Davon besitzen weniger als zehn Prozent die italienische Staatsangehörigkeit. (ab)