11.01.2007 Nachrichten>International
60 Millionen US-Dollar für irakische Flüchtlinge notwendig
Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR)
hat neulich ein akutes Finanzierungsprogramm für die irakischen Flüchtlinge
in Höhe von 60 Millionen Dollar aufgerufen
Mehrere Hunderttausende Iraker sind nun aufgrund der wachsenden Gewalt in Irak auf der Flucht. Laut den Berichten des UN-Flüchtlingskommissariats mit Sitz in Genf verlassen monatlich fast 50 000 Iraker ihre Heimat. Nach den Zahlen der UN sind bislang fast 1,7 Millionen Iraker Binnenvertriebene, während zwei Millionen Iraker in andere Länder geflohen sind. Demnach ist jeder achte Iraker auf der Flucht. Allein 2006 seien mehr als eine halbe Million Menschen auf der Flucht gewesen. Das Flüchtlingsproblem der Iraker ist die größte Fluchtbewegung im Nahen Osten seit der Vertreibung der Palästinenser aus dem eigenen Land, nachdem 1948 Israel gegründet wurde.
Nach aktuellen Schätzungen leben unter schwersten Umständen allein in Syrien eine Million irakische Flüchtlinge, 700 000 in Jordanien, 140 000 in Ägypten und Libanon. Ein Drittel der Flüchtlingskinder in Syrien gehen nicht zur Schule. Ein bedeutender Anteil der irakischen Flüchtlinge ist außerdem mittellos. Laut UNHCR häufen sich Nachrichten, die von irakischen Frauen berichten, die der Prostitution zum Opfer gefallen sind. Vergangenen Monat machte UNHCR darauf aufmerksam, dass irakische Flüchtlinge vielen Einschränkungen und Entbehrungen, insbesondere bei der Arbeitssuche, im Gesundheitswesen und in anderen öffentlichen Diensten, ausgesetzt sind.
Das Hilfsprogramm in Höhe von 60 Millionen Dollar soll
bei den Hilfsmaßnahmen in den Flüchtlingsgebieten in Irak und dessen
Nachbarländer verwendet werden. Die UN befürchtet, dass die Massenflucht
aus Irak in die Nachbarländer anhalten wird, solange diese ihre Grenzen
offen halten. (ab)