12.01.2007 Nachrichten>International
Zivilisten in Somalia leiden unter US-Angriffen
Viele Zivilisten starben bei dem US-Luftangriff auf mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen im Süden Somalias

US-Helikopter griffen in der Nacht zum Dienstag den Ort Afmadow 350 km westlich von der somalischen Hauptstadt Mogadischu an. Abdikader Dakane, ein Abgeordneter des somalischen Parlaments, berichtete, dass bei dem Angriff 27 Menschen getötet wurden. Außerdem sei unter den Verletzten ein frisch vermähltes Ehepaar gewesen. Augenzeugen berichteten, dass die US-Helikopter auf dem Weg zur Grenze von Kenia das Feuer eröffneten.

Nach den Angaben von der somalischen Übergangsregierung zufolge sind bei dem Luftangriff auf das Dorf Hayo im Süden viele Menschen ums Leben gekommen. Der Fernsehkanal CBS verbreitete die Nachricht, dass eines der Ziele der Angriffe ein ranghoher Al-Qaida-Führer war, der ein Drahtzieher der Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania von 1998 sein soll, bei dem 250 Menschen ums Leben kamen.

Der somalische Übergangspräsident, Abdullahi Yusuf, begründete die Angriffe der USA als Versuch, die Verdächtigen, die hinter den Bombenanschlägen in Kenia und Tansania 1998 vermutlich stecken, zu fassen und berichtete, dass die Regierung die USA dabei unterstütze.

US-Spezialeinheiten führten in den vergangenen Tage mindestens zwei Luftangriffe in Somalia durch, wobei sie vorgaben, Al-Qaida-Terroristen damit bekämpfen zu wollen. Es war der erste militärische Eingriff der USA in Somalia nach dem Abzug ihrer Truppen im Jahr 1994. (ab)


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