18.01.2007 Nachrichten>International
Die bittere Jahresbilanz des Irak-Krieges
Laut den Vereinten Nationen wurden im vergangenen Jahr im Irak mehr als 34 000 Menschen getötet

Der UN-Menschenrechtsbeauftragte im Irak, Gianni Magazzeni, verkündete die Zahl der Opfer mit 34 452 Zivilisten, außerdem seien 36 685 Menschen verletzt worden. Das irakische Innenministerium hatte letzten Monat die Zahl der durch Gewaltakte getöteten Zivilisten im Irak mit 12 000 angegeben. Die von der UN genannte Zahl ist jedoch ein Vielfaches davon. Die irakische Regierung hatte daraufhin versucht, die irakischen Behörden aufzuhalten, die von der UN im November 2006 veröffentlichten Zahlen zu publizieren, mit der Begründung, die Zahlen vom UN-Bericht seien zu übertrieben.

Unterdessen warf Magazzeni der irakischen Regierung und den Sicherheitskräften im Irak vor, nicht genug für die Sicherheit des irakischen Volkes zu sorgen. Außerdem sagte Magazzeni, es seien für eine Reihe von Gewaltakten Milizen verantwortlich, die entweder bei der Polizei oder der Armee tätig sind oder mit diesen zusammenarbeiten. „Ziel dieses Berichtes ist, die irakische Regierung dahingehend hinzuweisen, den Prozess zu einem Rechtsstaat zu beschleunigen“, sagte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Magazzeni weiter.

Im Bericht wird die Lage in Bagdad als besonders ernst bezeichnet. Außerdem würden viele Leichen Zeichen von Folter aufweisen. Im November seien mehr als 6000 Zivilisten getötet und mehr als 6000 verletzt worden. Allein im Oktober erreichte die Zahl der getöteten Zivilisten im Irak 3709. Laut UN wurden in den letzten beiden Monaten 4731 Menschen allein in Bagdad getötet. Für die Statistik zum aktuellen UN-Bericht wurden Angaben von dem Bagdader Leichenschauhaus, dem irakischen Gesundheitsministerium sowie von Krankenhäusern und Behörden aus dem ganzen Land ausgewertet.

Das Ausmaß der Gewalttaten im Irak erschwert es außerdem, an vertrauenswürdige Zahlen der getöteten Zivilisten zu gelangen. Die Besatzungsländer verkündeten bislang, dass sie keine Statistiken von toten Zivilisten in Irak führen würden.
Der Iraq Body Count berichtete nach einer Auswertung von Medienberichten, dass seit dem Beginn des Krieges im März 2003 bislang zwischen 53 000 und 59 000 Zivilisten getötet wurden. Das irakische Gesundheitsministerium gab jedoch die Zahl der toten Zivilisten für den besagten Zeitraum mit zwischen 100 000 und 150 000 an.

Dagegen schätzte die wissenschaftliche Zeitschrift Lancet in einer im Oktober veröffentlichten Studie die Zahl der getöteten Zivilisten im Irak auf 655 000.
Die Quellen, die zu unterschiedlichen Zahlen und Ergebnissen gekommen sind, stimmen jedoch in einem Punkt überein, die Zahlen und die Gewalt im Irak steigt stetig an. (ab)


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