23.01.2007 Nachrichten>Deutschland
Hohe Armutsgefahr bei Migrantenkindern in NRW
Die Bertelsmann Stiftung hat erstmals Daten zur Integration für jede einzelne Kommune in Nordrhein-Westfalen online gestellt

Die Bertelsmann Stiftung hat unter der Webseite „www.wegweiser-demographie.de“ erstmals Daten zur Integration von Zuwanderern für jede einzelne Kommune des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) online gestellt. Daraus geht hervor, dass Migrantenkinder häufiger Sozialhilfe erhalten als deutsche Kinder. Im Schnitt erhielten im Jahr 2006 in den untersuchten kreisfreien Städten in NRW 23 Prozent der unter 15-Jährigen Sozialgeld (SGB II). Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund lag der Anteil bei 38 Prozent.

Den höchsten Anteil habe Bielefeld. 47 Prozent der Migranten unter 15-jährigen Sozialgeldempfänger lebten dort in Bedarfsgemeinschaften. Den Daten zu Folge gibt es in den Kreisen weniger Kinder und Jugendliche, die auf Leistungen angewiesen sind, als in den Städten. Ihr Anteil betrug Mitte 2006 durchschnittlich 13 Prozent. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund waren dagegen 28 Prozent Sozialgeldempfänger. Der Anteil der ausländischen Jugendlichen ohne Schulabschluss liegt mit 14 Prozent doppelt so hoch wie der Durchschnitt. Rund 26 Prozent der nordrhein-westfälischen Schulabgänger des Schuljahres 2004/2005 erlangten die allgemeine Hochschulreife, bei den ausländischen Schulabgängern erreichten das nur 10 Prozent.
Claudia Walther von der Bertelsmann Stiftung sagt: „Die Daten für NRW zeigen deutlich, dass man bei den Kindern ansetzen muss. Frühkindliche Förderung und Qualifizierung von klein auf bieten die Chance, Potenziale zu entdecken, zu fördern und auch morgen trotz des demographischen Wandels die nötigen Fachkräfte zu haben. Jede Kommune hat nun die Möglichkeit, anhand der für sie verfügbaren Daten spezifische Schwerpunkte in diesem Bereich zu setzen. Zudem ist es richtig, Einbürgerungen zu fördern, da bei dieser Gruppe die Integration bisher besser gelingt.“ (hv)

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