25.01.2007 Nachrichten>Deutschland
Nordrhein-westfälischer Integrationsminister fordert gezielte Zuwanderung
Laschet: „Zuwanderung beruflich qualifizierter Migranten soll erleichtert werden“

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) fordert, dass qualifizierte Migranten leichter nach Deutschland zuwandern können wie bisher. Der „Financial Times Deutschland“ sagte er: „Wir brauchen mehr qualifizierte Zuwanderung.“ Jedoch solle nicht nur Hochqualifizierten der Zuzug erleichtert werden, sondern auch Zuwanderern in niedrigeren Einkommensbereichen. „Ein Beispiel ist die häusliche Pflege. Da gibt es jetzt schon einen großen Schwarzmarkt. Man wird dort auch legale Wege finden müssen“, sagte Laschet. Angesichts des Fachkräftemangels wegen der immer älter werdenden Gesellschaft fordert Laschet die Hürden für die Zuwanderung zu senken. Zuwanderung solle aber genau „an Berufsgruppen definiert sein“, so der Integrationsminister. Australien zum Beispiel locke gezielt bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte, IT-Spezialisten oder gering entlohnte Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger ins Land.

Zurzeit dürfen Zuwanderer von außerhalb der EU in Deutschland nur dann eine Arbeit aufnehmen, wenn ihr Monatsgehalt wenigstens 7145 Euro beträgt. „Die Schwellen sind viel zu hoch“, kritisierte Laschet. Deshalb begrüßte er, dass das Land Niedersachsen die untere Einkommensgrenze für Zuwanderer zunächst auf 5343,75 Euro und später auf 3562,50 Euro senken will.

Der CDU-Politiker kritisierte außerdem, dass die Wirtschaft noch nicht auf ältere Arbeitnehmer eingestellt sei. Viele ältere Arbeitnehmer würden im Berufsleben den Anschluss verlieren. Zugleich räumte Laschet ein: „Die Politik hat vor zehn Jahren noch genau die gegenteiligen Botschaften gesendet. Damals wurde Frühverrentung noch als die Lösung all unserer Probleme gepriesen. Man kann von der Wirtschaft wirklich nicht erwarten, dass sie innerhalb einer Dekade komplett ihre Philosophie ändert. Das wird noch dauern.“ (hv)



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