03.07.2006 Nachrichten>International
Frankreich verschärft Ausländergesetze
Bürgerrechtler befürchten, dass zahlreiche Kinder, die bereits seit langem französische Schulen besuchen, abgeschoben werden

Das französische Parlament hat eine Verschärfung des Einwanderungsrechts beschlossen. Als letzte Instanz billigte auch der Senat eine Gesetzesvorlage von Innenminister Nicolas Sarkozy, welche die Einwanderungsbestimmungen erheblich verschärft. Durch das neue Gesetz soll es Ausländern schwieriger gemacht werden, nach Frankreich einzuwandern oder ihre Familien ins Land zu holen. Außerdem sollen künftig illegale Einwanderer ohne Papiere nicht mehr nach zehnjährigem Aufenthalt automatisch eingebürgert werden.

Des Weiteren sollen ausländische Ehepartner erst drei Jahre nach der Hochzeit zehn Jahre Bleiberecht beantragen können. Bisher freiwillige Sprachtests und Staatsbürgerunterricht werden Pflicht. Qualifizierten Arbeitnehmern soll dagegen die Einreise erleichtert werden.

Bürgerrechtler befürchten, dass nun zahlreiche Kinder von illegalen Einwanderern abgeschoben werden, obwohl sie schon seit langem französische Schulen besuchen. In den letzten Wochen hatten Zehntausende gegen das neue Gesetz demonstriert. (hv)


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