04.07.2006 Nachrichten>Deutschland
Arbeitgeber-Präsident kritisiert deutsche Integrationspolitik
Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt: „Weg
von einer ungesteuerten Zuwanderung zu Lasten der Sozialsysteme, hin zu eine
Zuwanderungspolitik, die sich an den deutschen Arbeitsmarktinteressen orientiert“
Arbeitgeber-Präsident
Dieter Hundt hat ein grundlegendes Umsteuern in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik
gefordert, um der Wirtschaft genügend Fachkräfte zu sichern. „Deutschland
hat eine falsche Einwanderungspolitik betrieben, die sich nicht an den Interessen
unseres Landes orientiert hat“, sagte er. Die falsche Einwanderungspolitik
habe geringe Bildung und hohe Arbeitslosigkeit unter Ausländern verursacht,
wodurch ein großes Problem für die deutsche Wirtschaft entstanden
sei. Hundt sagte: „Wir können es uns nicht leisten, das Potenzial
von Millionen Menschen in unserem Land zu vergeuden.“
Deutschland werde bis zum Jahre 2050 etwa 10 Millionen Erwerbstätige verlieren und brauche deshalb Fachkräfte ausländischer Herkunft. Von dem Integrationsgipfel im Kanzleramt am 14. Juli verlangt Hundt eine neue Politik, die Zuwanderung und Integration steuere. „Weg von einer ungesteuerten Zuwanderung zu Lasten der Sozialsysteme, hin zu eine Zuwanderungspolitik, die sich an den deutschen Arbeitsmarktinteressen orientiert“, so Hundt.
Der Arbeitgeber-Präsident erklärte, der Zugang zum Arbeitsmarkt müsse an Qualifikationen wie Ausbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnis gekoppelt werden. Die Abschottung des Arbeitsmarkts gegen ausländische Fachkräfte führe nicht zu mehr Beschäftigung von Deutschen. (hv)