12.07.2006 Nachrichten>Deutschland
Islamratsvorsitzender fordert mehr Fingerspitzengefühl in der Integrationspolitik
Kizilkaya: „Drohung mit Sanktionen ist ein Zeichen der Hilflosigkeit“

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland fordert von der großen Koalition mehr Fingerspitzengefühl in der Integrationspolitik. Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, erklärte, mit Überzeugungsarbeit lasse sich gemeinsam mit den Migranten-Verbänden viel mehr erreichen. Die Drohung mit Sanktionen sei dagegen ein Zeichen der Hilflosigkeit.

Kizilkaya betonte zudem, dass muslimische Organisationen sehr großen Wert auf das Erlernen der deutschen Sprache legten. Jedoch biete der Staat nicht genügend Kurse an. „Integration darf nicht nur aus Forderungskatalogen bestehen, sie braucht auch Förderung“, sagte der Islamratsvorsitzende.


Kizilkaya bezweifelt, dass am 14. Juli bei dem Integrationsgipfel im Kanzleramt „etwas Ernsthaftes herauskommt“. Er kritisierte, dass der „große Kreis der Betroffenen“, der Islamrat und der Zentralrat der Muslime in Deutschland, nicht eingeladen wurde. Deshalb glaubt Kizilkaya, dass der Integrationsgipfel nur Symbolcharakter haben wird. (hv)

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