18.07.2007 Nachrichten>Deutschland
EKD hat Verständnis für Kritik der türkischen Verbände am Zuwanderungsgesetz
Reimers: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Das gilt auch für Migrantenehen“

Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche (EKD) bei der Bundesregierung, Stephan Reimers, sagte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“, dass er Verständnis für die Kritik der türkischen Verbände an dem neuen Zuwanderungsgesetz habe. Zugleich kritisierte er aber auch den Boykott des Integrationsgipfels. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Das gilt auch für Migrantenehen“, sagte Reimers und kritisierte, dass türkische Ehepartner nur mit Deutschkenntnissen nach Deutschland nachziehen dürften, während andere aus beispielsweise Kanada, den USA oder Japan keine Deutschkenntnisse nachweisen müssten.

„Wir sind davon überzeugt – übrigens gemeinsam mit der katholischen Kirche –, dass man eine Sprache mit Hilfe staatlicher Förderungsprogramme am besten in dem Land lernen kann, in dem die Sprache gesprochen wird“, so Reimers. Er kündigte jedoch an, dass die EKD die türkischen Verbände bei einer Verfassungsklage gegen das Zuwanderungsgesetz nicht unterstützen werde. (hv)

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