24.07.2007 Nachrichten>Deutschland
Einbürgerungen 2006 zum ersten Mal seit 2001 angeblich wieder gestiegen
Steigerung ist kein Zeichen für eine positive
Entwicklung
Nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland im Verlauf des Jahres
2006 rund 124.830 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert.
Das waren etwa 7.590 (+ 6,5%) Einbürgerungen mehr als im Vorjahr. Von allen
Eingebürgerten des Jahres 2006 erwarben rund 66,8% die deutsche Staatsangehörigkeit
auf der Grundlage eines Einbürgerungsanspruchs nach § 10 Abs. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz
(StAG). Die größte Gruppe der Eingebürgerten stellten 2006 –
wie schon in den letzten Jahren – Personen aus der Türkei (26,8%)
dar.
Diese Zahlen, so erfreulich sie auch auf den ersten Blick zu sein scheinen, ist keine Bestätigung der Verschärfungen des Staatsangehörigkeitsrechts der letzten Jahre, wie uns die Bundesregierung zu verkaufen versuchen wird. Sie ist eine logische Konsequenz der Problematik der türkischstämmigen Doppelstaatler. Bis zu 50.000 deutsche Staatsbürger türkischer Abstammung haben in den Jahren 2000 bis 2002 die deutsche Staatsbürgerschaft durch den Wegfall der Inlandsklausel automatisch verloren.
Nicht nur der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft, sondern auch die aufenthaltsrechtliche Rückstufung vieler auf einen befristeten Aufenthaltstitel, der verlorene Beamtenstatus, der bereits abgeleistete Zivildienst und viele weitere juristische wie praktische Probleme führten dazu, dass diese Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft wieder beantragten. Die meist in den Jahren 2004-2005 gestellten Wiedereinbürgerungsanträge sind zum Teil im Jahre 2006 zum Abschluss gekommen und dürften auch noch ins Jahr 2007 hineinragen. (es)