Montag 28. Juli 2008
Terroranschlag in Istanbul fordert 17 Todesopfer

Die türkische Metropole Istanbul ist Schauplatz eines großangelegten Terroranschlags geworden. Am Sonntagabend sind bei zwei Bombenexplosionen mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden.
Nach Angaben der Polizeibehörden gab es zwei Detonationen im Stadtteil Güngören auf der europäischen Seite der Stadt. Die Methode, in kurzen Abständen mehrere Bomben zu entzünden, weise auf einen Anschlag der kurdischen Terrororganisation PKK hin. Die PKK wies die Vorwürfe jedoch zurück. Die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur „Firat“ zitierte einen hochrangigen Funktionär der Partei mit den Worten: „Dies ist ein dunkles Ereignis“.
Staatspräsident Abdullah Gül verurteilte diejenigen, die für den Bombenanschlag verantwortlich sind. Es handele sich um einen grausamen terroristischen Akt, der Männer, Frauen, Alte und Kinder gleichermaßen getroffen habe. Auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteile „diesen blinden Akt des Terrors aufs Schärfste“. Deutschland sei in dieser schwierigen Lage an der Seite der Türkei und seiner Menschen. (sa)
Mittwoch 23. Juli 2008
Kriegsverbrecher Radovan Karadzic nach 13 Jahren Flucht gefasst

Der ehemalige Führer der bosnischen Serben Karadzic wurde in Belgrad nach 13 Jahren Flucht am Montag gefasst. Nach Angaben serbischer Ermittler habe er vor seiner Festnahme unter falscher Identität als „Dragan Dabic“ unbehelligt in Belgrad gelebt.
Helfer von dem ebenfalls flüchtigen Kriegsverbrecher Ratko Mladic, die unter Observation standen, hätten die Polizei und Geheimdienste zu Karadzic geführt, der sein Aussehen mit langem weißen Haar und einem weißen Vollbart sowie einer Brille von Grund auf verändert habe. Karadzic habe in einer privaten Arztpraxis gearbeitet und sich mit „alternativer Medizin“ beschäftigt, so die Ermittler.
Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag klagt Karadzic wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen an. In der Anklageschrift wird er unter anderem für die „Ermordung, Vergewaltigung, sexuelle Misshandlung, Folter, Verprügelung, Beraubung und unmenschliche Behandlung“ gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich gemacht. „Karadzic und Ratko Mladic haben jeder für sich und gemeinsam mit anderen rechtswidrige bewaffnete Übergriffe auf die Zivilbevölkerung und individuelle Zivilpersonen geplant, initiiert und befohlen oder deren Planung, Vorbereitung und Ausführung anderweitig unterstützt und dazu angestiftet. Diese Übergriffe erfolgten mit Waffen wie Mörsern, Raketen und Artillerie.“
Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die dreijährige Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo und das Massaker von Srebrenica, das als schlimmstes Massaker in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gilt. Insgesamt fielen dem Bosnien-Krieg zwischen 1992 und 1995 rund 312.000 Menschen zum Opfer, etwa 1,8 Millionen wurden in die Flucht getrieben. (sa)
Montag 21. Juli 2008
Deutsches Unternehmen baut drittgrößte Moschee

Ein deutsches Architekturunternehmen wurde mit dem Bau der drittgrößten Moschee der Welt beauftragt. Die „Mosquée d’Algérie“, wie das neue Zentrum der Hauptstadt Algeriens genannt wird, kostet dem Staat insgesamt drei Milliarden Euro.
Am Donnerstag wurde in Algier im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem algerischen Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika im Rahmen einer offiziellen Zeremonie der Vertrag für den Neubau der „Mosquée d’Algérie“ unterzeichnet. Die Arbeitsgemeinschaft von KSP Engel und Zimmermann Architekten mit Krebs und Kiefer International rechnet mit einer Fertigstellung der Anlage bis voraussichtlich 2014. Der Sakralbau soll neben dem Gebetssaal für 40.000 Gläubige auch weitere religiöse und kulturelle Einrichtungen bestehend aus einem Kulturzentrum, einem Bazar, Museen, einer Schule sowie einem islamischen Forschungszentrum, in sich vereinen.
Mit einer Gesamtfläche von 273.000 m² und dem 214 m hohen „Dynamischen Minarett“ wird die Moschee zu einer der größten und höchsten religiösen Gebäuden in der islamischen Welt gehören. Im inneren des Minaretts, von dem aus der Muezzin die Gläubigen fünfmal täglich zum Gebet aufrufen wird, werde zudem das Museum für islamische Geschichte, einige Forschungsbereiche für die Wissenschaftler und an der Turmspitze eine öffentliche Aussichtsplattform entstehen. (sa)
Freitag 18. Juli 2008
ISLAM expo 2008

Zehntausende von Besuchern haben zwischen dem 11. und 14. Juli die Islam Expo in London besucht.
In der geschichtsträchtigen London Olympia wurde zum ersten Mal unter dem Namen „Islam Expo“ die grösste Veranstaltung über Islamische Kultur, Geschichte, Kunst, Wissenschaft und Literatur in Europa ausgerichtet.
Die Besucher hatten die einzigartige Möglichkeit, an zahlreichen Aktivitäten teilzunehmen. So wurden u.a. ein breites Angebot an Vorlesungen und Debatten von islamischen Gelehrten, Intelektuellen und Künstlern, die aus der ganzen Welt angereist waren, veranstaltet. Die Teilnehmer hatten dabei Gelegenheit, direkt Fragen in Diskussionsrunden zu stellen.
Bekannte Gesichter und Berühmtheiten aus Politik und Musik wie Prof. John Louis Esposito, George Galloway, Dr. Tariq Ramadan, Dr. Merve Kavakci und Yusuf Islam (Cat Stevens) machten diese hervorragende Organisation zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Zahlreiche internationale islamische Hilfsorganisationen und islamische Unternehmen von Finanzdienstleistern über Kunstaussteller bis hinzu Medienunternehmen boten ihre Produkte und Dienstleistungen an Ständen im riesigen Ausstellungsraum an. Das Herzstück bildete die bewundernswert gestaltete Grünanlage im Zentrum der Ausstellungshalle, die sich an die Überlieferungen im Koran bezüglich des Gartens Eden richtete.
Das Ziel der Veranstalter der Islam Expo war es, Brücken zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zu schlagen und den Besuchern neues Wissen und Ideen zu vermitteln und somit zu einem besseren Islamverständnis beizutragen.
Das Abendprogramm beinhaltete auch künstlerische Darbietungen und Konzerte. Ferner wurden für die jüngeren Besucher an allen Tagen sportliche Wettbewerbe und zahlreiche Spiele-und Kunstmöglichkeiten im Rahmen von Workshops veranstaltet.
Die Jugendabteilung der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs in Grossbritannien besuchte mit großem Interesse die Islam Expo und nahm insbesondere an den Diskussionsrunden aktiv teil. Dabei wurden zahlreiche Kontakte mit anderen Organisationen geknüpft und bereits bestehende Bekanntschaften gepflegt. (us)
Samstag 12. Juli 2008
Gedenken zum 13.Jahrestag des Völkermords in Srebrenica

Zwischen dem 11. und 18. Juli jährt sich der Völkermord von Srebrenica in Bosnien Herzegowina. Rund 30.000 Menschen haben am Freitag in Srebrenica deshalb an die Opfer des Massakers vor dreizehn Jahren gedacht. Etwa 2500 Menschen nahmen an dem dreitägigen „Marsch des Todes – Weg der Freiheit“ von Sapna bei Tuzla nach Srebrenica teil.
Bei der Zeremonie in der Gedenkstätte Potocari, bei der weitere 308 identifizierte Opfer beigesetzt wurden, waren unter anderem der internationale Bosnien-Beauftragten Miroslav Lajcak sowie der muslimische und der kroatische Vertreter der dreiköpfigen bosnischen Präsidentschaft, Haris Silajdzic und Zeljko Komsic anwesend. An der Trauerfeier nahmen auch dieses Jahr keine Vertreter der bosnischen Serben teil. Anwesend waren dagegen Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen aus Serbien.
Im Sommer 1995 überließen die niederländischen Uno-Soldaten Srebrenica kampflos den serbischen Soldaten, die danach vor ihren Augen rund 8000 muslimische Männer ermordeten und mehr als 30.000 Kinder und Frauen vertrieben. Gegen den Befehlshaber General Mladic und seinen politischen Vorgesetzten, Radovan Karadzic, ist vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Anklage wegen Kriegsverbrechen erhoben worden. Die beiden Verbrecher befinden sich jedoch bis heute auf freiem Fuß und werden in Serbien oft als Helden gefeiert.
Am Tag vor den Andachtsveranstaltungen hat das Landgericht in Den Haag eine Klage der Stiftung „Mütter von Srebrenica“ und zehn bosnischen Frauen abgelehnt. Sie halten den niederländischen UN-Blauhelmen vor, die muslimische Bevölkerung nicht ausreichend gegen serbische Truppen geschützt zu haben. Die Richter verwiesen auf die Uno-Charta von 1945, wodurch es dem Gericht verwehrt sei, sich mit den Forderungen der Kläger zu befassen. Das Landgericht bestätigte damit die Immunität der Vereinten Nationen auch in Fällen von Völkermord. Eine weitere Klage gegen die Niederlande soll im September entschieden werden.
Sowohl der Internationale Gerichtshof wie auch das Uno-Kriegsverbrechertribunal stuften das Massaker von Srebrenica als Völkermord ein. Einem Bericht des Roten Kreuzes zufolge kamen in dem Bosnien-Krieg insgesamt 312.000 Menschen ums Leben. 200.000 von den Opfern seien Muslime gewesen. (sa)
Dienstag 08. Juli 2008
Neue Gespräche zwischen Westen und Iran im Atomkonflikt

Israel, die USA und Iran maximieren derzeit ihre gegenseitigen Drohungen und demonstrieren militärische Stärke. Efraim Halevy, ehemaliger Chef des israelischen Geheimdienstes, hält eine diplomatische Lösung des Konflikts dennoch für erreichbar.
Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ erklärte Halevy, dass die Regierung in Teheran am Wochenende erneut seine Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Westen über wirtschaftliche Anreize beteuert habe. Auch der EU-Chefdiplomat Javier Solana erklärte sich zu einem Treffen mit Irans Chefunterhändler Said Dschalili bereit. Dem iranischen Außenminister Manuscher Mottaki zufolge werden die Beratungen in den kommenden beiden Wochen stattfinden.
Solana bezeichnete die iranische Haltung jedoch als schwierig und kompliziert. Das Gespräch mit Dschalili sei dagegen „grundsätzlich konstruktiv“ gewesen. „Ich hoffe, dass wir den Dialog in den kommenden Wochen fortsetzen können, wenn möglich vor Monatsende“, sagte der EU-Außenbeauftragte.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wies unterdessen bei einem Besuch in Malaysia darauf hin, dass Atomkraft eine günstige Alternative zu Öl sei. Die Nukleare Energie müsse deshalb für alle Staaten ohne Einschränkung nutzbar sein. Iranische Regierungspolitiker sprechen von einem „Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie“, über das nicht diskutiert werden könne. Israel und die USA hingegen beschuldigen Iran damit, an Atomwaffen zu arbeiten. (sa)
Donnerstag 03. Juli 2008
Irak verklagt deutsche Unternehmen wegen Schmiergelder an Saddam Hussein

Die irakische Regierung hat vor einem US-Bundesgericht in Manhattan Klage gegen ausländische Unternehmen wegen des „größten Finanzbetrugs in der Geschichte der Menschheit“ eingereicht. Darunter befinden sich auch deutsche Firmen.
Die Regierung in Bagdad fordert über zehn Milliarden Dollar Schadensersatz. Die beklagten Firmen hätten im Rahmen des Programms „Öl für Lebensmittel“ der Vereinigten Staaten Bestechungszahlungen an Saddam Hussein durchgeführt, um Verträge mit dem Irak zu sichern.
Unter den beklagten Unternehmen befinden sich auch deutsche Unternehmen wie Daimler, mehrere Tochterfirmen des Siemens-Konzerns und Braun Melsungen. Vorstandsvorsitzender der Firma Braun, Ludwig Georg Braun, hatte bereits im Jahre 2005 entsprechende Beschuldigungen dementiert. (sa)
Mittwoch 02. Juli 2008
OIC plant Konferenz zur Einheit der Ummah

Der saudischen Tageszeitung „Asharq Alawsat“ zufolge wird die Organisation der Islamischen Konferenz demnächst eine Konferenz zur Einheit der Ummah durchführen.
Auf der Tagesordnung der Konferenz sollen unter anderem Themen wie die Bekämpfung des Terrorismus, die Abschaffung der Praxis des Takfir, die ethnische Intoleranz und der Extremismus stehen.
Die OIC hatte sich bereits 2005 in Mekka zum Kampf gegen extremistische Ideologien bekannt. „Wir müssen entschlossen gegen abweichende Ideologien vorgehen, die den Terror rechtfertigen. Wir sind entschlossen, den Terrorismus in all seinen Formen zu bekämpfen“ hieß es zur „Erklärung von Mekka“. (sa)