01.06.2006 Nachrichten>International
EU-Politiker wollen, dass der Islam als eine europäische Religion angesehen wird
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: „Der Islam ist ein Teil Europas“

Der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der EU-Ratsvorsitzende und österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wollen, dass der Islam in der Europäischen Union als eine europäische Religion angesehen wird. Der Islam sei ein Teil Europas und Muslime dürften nicht ausgegrenzt werden, warnte Barosso, der von einem „europäischen Islam“ sprach. Europa sei groß genug, um auch den Islam aufzunehmen. Die EU müsse weiterhin Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und die Angst vor dem Islam bekämpfen.

Schüssel betonte den Unterschied zwischen einem „europäischen Islam“ und den islamischen Äußerungen aus anderen Teilen der Welt und lobte die Muslime in Europa, weil sie Verständnis für die Sorgen der Europäer um ihre Sicherheit zeigten und sich zu den europäischen Grundwerten bekannt haben.

Schüssel sagte zudem, die Repräsentanten des „europäischen Islams“ hätten im Streit um die Prophetenkarikaturen anders reagiert als die, die einen „Islam in Europa“ wollen. „Wir sollten das erkennen“, sagte er.
Der der österreichische Bundeskanzler lehnte einen Gottesbezug in der EU-Verfassung, wie ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel will, ab. Er sagte: „Gott braucht die EU-Verfassung nicht.“ Die europäische Kultur beruhe zwar vor allem auf christliche Werte, jedoch seien auch andere Einflüsse bedeutsam gewesen. „Als Christdemokrat hätte ich in diesem Zusammenhang einen besseren Text bevorzugt, aber ich kann mit dem leben, was es gibt“, sagte Schüssel. (hv)


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