08.06.2006 Nachrichten>Deutschland
Nordrhein-westfälischer Integrationsminister fordert gemeinsame Leitkultur
Laschet: „Deutsche Gesellschaft muss das
harmonische Zusammenleben der Generationen,
Kinderfreundlichkeit,
Respekt vor älteren Menschen und die Achtung religiöser Überzeugungen
wieder neu entdecken“
Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sprach sich für eine gemeinsame Leitkultur mit Migranten und Deutschen aus. „Es führt kein Weg vorbei an einer gemeinsamen Leitkultur, in der wir uns auf Grundwerte verständigen, die über das Grundgesetz hinaus Identität schaffen. Das heißt nicht, dass wir über unsere Grundrechte mit „Islamisten“ verhandeln“, schreibt der CDU-Minister in „der Zeit“. Die Herausforderung für Deutsche und Zuwanderer liege darin, „zu lernen, den anderen in seiner Existenz und in seinen Überzeugungen anzuerkennen und zu achten, ohne dass das eigene Selbstwertgefühl und die Richtigkeit eigener Überzeugungen infrage gestellt werden.“
Laschet forderte von der deutschen Gesellschaft, das harmonische Zusammenleben der Generationen, Kinderfreundlichkeit, Respekt vor älteren Menschen und die Achtung religiöser Überzeugungen wieder neu entdecken. Diese Werte seien in der Lebenswelt der Zuwanderer fest verankert. Hierzu kritisierte er: „Müssen unsere Medien eigentlich jede Geschmacklosigkeit publizieren, die die Gefühle religiöser Menschen verletzt? Warum müssen sich gläubige Christen in unserem Land jeden medialen Schlag unter die Gürtellinie gefallen lassen?“
Von den Muslimen in Deutschland forderte der CDU-Minister die Trennung von Religion und Staat zu akzeptieren. Laschet sagte: „Es ist sicher nicht Sache westlicher Staaten, den Islam zu reformieren, aber man kann zu Recht verlangen, jene zum Schweigen zu bringen, die Hass auf den Westen und alle Nichtmuslime schüren.“(hv)