08.06.2007 Freitagspredigt
Hutba – Die Erziehung unserer Kinder und die Sommerkurse
Verehrte
Brüder und Schwestern,
Erziehung ist ein nicht zu vernachlässigendes Bedürfnis des Menschen.
Der Wohlstand und die Entwicklung der Gesellschaft hängt von der Zahl der
gebildeten, qualifizierten Menschen ab. Aus diesem Grund waren in einer von
einem “ummi” Propheten überbrachten Religion die ersten Gebote
Verse wie “Lies”, “Der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat”
und “Bei der Schreibfeder und was sie schreiben”, die die Bedeutung
von Erziehung und Bildung herausstellen. Aus diesem Grund haben die Menschen,
die dieser Religion angehören, wissend, kultiviert und wohlerzogen zu sein,
denn für den Dschahil und die Dschahilijja ist kein Platz in dieser Religion.
Aus diesem Grund haben sich die ersten Muslime schon in den ersten Jahrhunderten
des Islams sowohl Wissenschaftszweigen wie der Politik, Recht, Wirtschaft und
Geschichte, aber auch den Bereichen Physik, Mathematik, Philosophie und Medizin
zugewandt. Sie wurden führende Wissenschaftler in ihren Gebieten und hinterließen
beachtliche Werke. Die mit der Offenbarung genährten Schüler des letzten
Propheten Muhammed Mustafa (as) brachten so einen Imam Azam, Imam Malik, Imam
Schafi, Imam Buhari, Ibni Sina, Farabi, Ibn Rüschd, Dschabir und andere
Menschen der Weisheit hervor. Aussprüche des Propheten “Die Weisheit
ist das verlorene Eigentum des Muslims
” (Al-Dschamius-Sagir) und “Wissen zu erlangen ist eine Verpflichtung
für jeden Muslim und jede Muslima” (Al-Dschamius-Sagir) haben die
Gefährten des Propheten als Gebot aufgefasst und den Weg zu einer wahren
Aufklärung eröffnet. Somit wurden sie zu einem Beispiel für die
gesamte muslimische Gemeinschaft.
Liebe Brüder und Schwestern,
als Anhänger des Korans und der Sunna und als Muslime, die in Europa im
Zentrum von Wissenschaft und Technologie leben, müssen wir den religiösen
und den weltlichen Studien und der Erziehung und Ausbildung unserer Kinder und
Jugendlichen eine größere Aufmerksamkeit widmen. Diese Bildung und
Erziehung ist eines der wichtigsten Aufgaben unserer Gemeinschaft. Denn der
Umstand, dass die Bildung unserer Kinder noch immer nicht das nötige Niveau
erreicht hat, ist immer noch unsere größte Schwäche. Daher muss
die Erziehung schon in frühen Jahren beginnen. Aus diesem Grund müssen
wir jede Möglichkeit die sich für die Erziehung bietet, nutzen.
Verehrte Muslime,
in diesen Tagen werden europaweit nacheinander die Sommerferien beginnen und
viele unserer Menschen werden sich aus Europa ausreisen. Einige werden jedoch
nicht in die Ferien fahren und ihre Zeit in Europa verbringen. Wie jedes Jahr
werden wir auch dieses Jahr die Sommerzeit nicht nur mit Spiel und Freude verbringen,
sondern dieses Spiel und Freude auch mit einem Bildungsangebot schmücken.
Diejenigen die ihre Ferien in Europa verbringen wollen, sollten ihre Kinder,
ob Mädchen oder Jungen, an eines der Sommerkurse in ihrer Nähe anmelden,
um die religiöse Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Unsere Gemeinden
müssen ohne wenn und aber den Sommerkursen die notwendige Aufmerksamkeit
schenken, die Örtlichkeiten müssen den Bedürfnissen entsprechen.
Als Verbandszentrale ist für uns die Erziehungsfrage eine zentrale Frage
und deswegen legen wir Wert darauf, dass unsere Gemeinden mit aller Ernsthaftigkeit
sich dieser Aufgabe zuwenden.
Brüder und Schwestern,
Allah sei Dank, wir stehen einer Tag für Tag steigendem Jugendpotential
gegenüber. Dies ist ein großes Geschenk des Herrn. Wir müssen
uns die Bedeutung dieser Gabe bewusst werden und die nötigen Aufgaben wahrnehmen.
Wir leben in einer Welt, der erodierenden Werte. Wir brauchen heute mehr denn
je Menschen, die der Menschheit nützlich werden können. Der Weg dorthin
führt über eine adäquate Bildung und Erziehung. Denn wir wissen,
dass der größte Feind die Dschahilijja, die größte Quelle
der Unzufriedenheit der Sittenverfall ist. Dem kann nur entgegengewirkt werden,
indem die Kinder durch eine gute Erziehung auf die Zukunft vorbereitet werden,
denn wir dürfen die Wahrheit hinter dem Vers “Sind etwa diejenigen,
welche wissen, und jene, welche nicht wissen, einander gleich?” nie vergessen.