12.06.2007 Nachrichten>International
„Lasst die muslimischen Frauen in Ruhe“
Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen kritisierte heftig ein gefordertes Verbot des Kopftuches

Die Forderung der dänischen Volkspartei an die dänische Regierung, das Kopftuch der muslimischen Frauen in öffentlichen Räumen und Bildungsanstalten zu verbieten, stieß bei dem dänische Regierungspräsidenten Rasmussen und bei dem Präsident des Höchstgerichtes, Torben Melchior, auf heftige Kritik. Rasmussen äußerte, dass das Tragen des Kopftuches sowohl in Privaträumen als auch in der Öffentlichkeit eine private Angelegenheit ist und sich der Staat daher in keiner Weise einmischen dürfe: „Lasst die muslimischen Frauen damit in Ruhe.“

Weiterhin bemerkte der Präsident des Höchstgerichtes, Melchior, dass Frauen mit Kopftüchern nicht Richter werden könnten. Vielmehr begrüße er Anwältinnen und Richterinnen mit Kopftüchern, weil das ein Zeichen der Integration sei. „Es besteht kein Gesetz, dass Frauen, die den Männern nicht ihr Hand geben oder ihre Haare zeigen, nicht Anwalt oder Richter werden dürfen. Entscheidend sind die Qualifikationen“, so Melchior weiter.

Bis jetzt ist es in Dänemark nicht verboten, das Kopftuch in öffentlichen Räumen oder in Bildungsstätten zu tragen. Die dänische Volkspartei beharrt jedoch auf einem Kopftuchverbot, unter dem Vorwand, das Kopftuch diskriminiere und erniedrige die Frauen. (ab)

nach oben zurück