01.03.2006 | Nachrichten>International
kommentar Weltkirchenrat kritisiert Veröffentlichung der Prophetenkarikaturen
Das Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat die Veröffentlichung der Prophetenkarikaturen kritisiert und zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen aufgerufen
ork
Bei der Vollversammlung des Weltkirchenrats im brasilianischen Porto Alegre haben zahlreiche Delegierte die Veröffentlichung der Prophetenkarikaturen kritisiert. In einer Stellungnahme des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hieß es, dass die Veröffentlichung der Prophetenkarikaturen, jedoch auch die gewaltsamen Proteste dagegen verurteilt würden. Zudem rief der Weltkirchenrat zu einem verstärkten Dialog und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen auf.

Der neue ÖRK-Präsident für Asien, Soritua Nababan, sagte: „Ich heiße die Gewalt natürlich nicht gut, sie war aber eine logische Folge der beleidigenden Veröffentlichungen.“

Auch der Bischof der protestantisch-christlichen Batak-Kirche in Indonesien beklagte, die Karikaturen hätten den Dialog mit gemäßigten Muslimen erschwert. Viele Delegierte aus den islamischen Ländern erklärten, dass die Pressefreiheit nicht unbegrenzt sein könne. Dies müsse der Westen endlich anerkennen.

Bei der Vollversammlung waren nicht alle Delegierten derselben Meinung. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte: „Es sollte auch klar werden, dass die Kirchen für Freiheit eintreten, für Meinungsfreiheit ebenso wie für Religionsfreiheit.“ (hv)

nach oben zurück