04.03.2007 Nachrichten>Deutschland
Verpflichtende Abschlusstests für Integrationskurse geplant
Migranten sollen am Ende von Integrationskursen an Abschlusstests teilnehmen

In Zukunft sollen am Ende von Integrationskursen verpflichtende Abschlusstests stattfinden. Darauf einigten sich die Fraktionen des Bundestags, der Präsident des Bundesamtes für Integration und Flüchtlinge, Albert Schmid, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer und die Gutachter der Firma Ramboll, die im Auftrag des Innenministeriums die Zuwanderungskurse untersucht hatten. Die Firma Ramboll bewertete die Integrationskurse „in ihrer derzeitigen Form“ als „eine deutliche Verbesserung der deutschen Integrationspolitik“. Bis Ende 2006 hätten 250.000 Teilnehmer an insgesamt 16.850 Kursen teilgenommen.

Die Gutachter kritisierten aber, dass nur 46 Prozent der bisherigen Teilnehmer das Sprachniveau B1, das nach einer Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen die erste Stufe der selbstständigen Sprachverwendung darstellt, erreicht hätten. Außerdem sei es nicht richtig, dass in den Kursen „Analphabeten neben Akademikern“ sitzen.

Der Präsident des Bundesamtes für Integration und Flüchtlinge unterstrich die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Lehrer. Bisher hätten aber nur 38 Prozent der Lehrer eine entsprechende Qualifikation. Maria Böhmer hob die Schlüsselrolle der weiblichen Kursteilnehmer innerhalb der Familie hervor und sprach sich für ein verbessertes Betreuungsangebot für Kinder aus. Die Union und die SPD stimmten einer Erhöhung der finanziellen Mittel zu. Die Linksfraktion kritisierte, dass beim Thema Integration nur über den Spracherwerb gesprochen werde. Dabei gehe es auch um politische und rechtliche Teilhabe und „die Zugehörigkeit zur Gesellschaft. (hv)

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