13.03.2007 Nachrichten>Deutschland
Innenministerium sieht nach Droh-Botschaften keine erhöhte Gefahrenlage
Terrorismusexperte Steinberg: „Entführer
haben kriminelle Motive“
Nach dem am Wochenende zwei Videos veröffentlicht wurden, in denen Deutschland aufgefordert wird, seine Soldaten aus Afghanistan abzuziehen, erklärte das Bundesinnenministerium, es sei nicht von einer erhöhten Gefahrenlage auszugehen. Es gebe keine Anzeichen für eine konkrete Gefahr, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Die Drohungen in den Videos würden jedoch ernst genommen. Außenamtssprecher Martin Jäger sagte, dass die Botschaften in den Videos Teil einer Eskalationsstrategie seien. „Wir sollten nicht den Fehler machen, uns in die Strategie einzuordnen“, sagte er.
In den am Wochenende veröffentlichten Video- Botschaften drohen Extremisten mit Anschlägen in Deutschland und der Tötung von zwei deutschen Geiseln im Irak. Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, innerhalb von zehn Tagen den Beginn des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan bekannt zu geben. Nach Ansicht des Terrorismusexperten Guido Steinberg haben die Entführer jedoch kriminelle Motive und wollen ein Lösegeld erpressen. Steinberg sagte: „Ich halte das weiterhin für eine kriminelle Entführung. Sie verbrämen dies mit Politik. Das Video dient dem Versuch, den Druck zu erhöhen.“ In Afghanistan sind derzeit etwa 3000 deutsche Soldaten stationiert. (hv)