14.03.2007 Nachrichten>Deutschland
Deutschlandradio-Intendant Elitz gegen „wöchentliche islamische Predigt“
Deutschlandradio-Intendant, Ernst Elitz, hält Informationen über Unterschiede und Konflikte zwischen den Weltreligionen für nötiger, als dass andere Religionen im öff entlich-rechtlichen Fernsehen eine Sendezeit erhalten

Der Intendant des Deutschlandradios, Ernst Elitz, hält islamische Sendungen wie das „Wort zum Freitag“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für keine gute Idee. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk könne nicht Organisator einer „islamischen Ökumene“ werden, so Elitz. Diedie europäische und die deutsche Kultur seien christlich geprägt. Deshalb hätten christliche Kirchen bei Information und Verkündigung eine Vorrangstellung.

Elitz lehnte auch den Vorschlag eines „Wort zum Wochenende“ ab. Der Zentralrat der Juden hatte gefordert, dass bei einem „Wort zum Wochenende“ verschiedenen Religionsgemeinschaften die Möglichkeit gegeben werden soll, ihren Glauben zu vermitteln. Elitz meinte, eine solche Sendung, bei der „heute der Herr Jesus, morgen der Prophet Muhammed und übermorgen Siddharta, der Erleuchtete vorsprechen“, wirke so, „als wären sie bei einem multikulturellen Kaffeekränzchen zu Gast“. Der Intendant glaubt sogar, dass wenn „den christlichen Kirchen oder jüdischen Gemeinden Sendezeit abgeknapst“ wird, damit auch andere Religionsgemeinschaften eine Sendezeit bekommen, „dies eher vorurteilsfördernd“ wirke.

Elitz hält es dagegen für viel nötiger, über die Unterschiede und Konflikte zwischen den Weltreligionen zu informieren. Den Unterrichtsfach „Lebenskunde, Ethik, Religion“ (LER), das in Berliner und Brandenburger Schulen eingeführt wurde, lehnt er ebenfalls ab. (hv)


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